Die meisten unserer Leser dürften sich noch an die Aufregung um die Masern-Fälle im letzten Jahr in Berlin erinnern. Der Grund hinter solchen Ausbrüchen ist simpel: Nicht jeder Deutsche ist gegen Masern geimpft, obwohl die Impfung schon seit langem zu den empfohlenen Impfungen im Kindesalter gehört. Gegen derartige Probleme könnten ansteckende Impfungen helfen, also Impfungen, die über Tröpfchen- oder Kontaktinfektion weitergegeben werden. Doch eine solche Impfmethode wäre auch nicht problemfrei.


Impfen
Foto: Spritze CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Mit ansteckenden Impfungen könnte ein weltweiter Impfschutz erreicht werden

Forscher der US-Universität Idaho arbeiten an einem Forschungsprojekt, mit dem sie im Rahmen einer Computersimulation ergründen wollen, ob und wie eine ansteckenden Impfung erfolgreich sein könnte. Der Gedanke ist einfach: Wenige geimpfte Menschen reichen aus, um die Impfung flächendeckend einzuleiten, indem sie die Menschen in ihrer Umgebung mit der Impfung „anstecken“. Theoretisch könnte so innerhalb eines bestimmten Zeitraums ein globaler Impfschutz erreicht werden.

Diese Impfmethode ist bisher noch eine Theorie, die noch nicht getestet wurden. Im Computermodell sind solche Impfungen aber durchaus erfolgreich. Die Forscher führten ihre Simulation mit genetisch abgeschwächten Impfstoffen durch, die einen Ausbruch der eigentlichen Krankheit durch die Impfung sehr unwahrscheinlich machen. Ein weltweiter Impfschutz ließe sich so erreichen.


Impfungen soll an Tieren getestet werden

Dennoch gibt es Argumente, die dagegen sprächen, Menschen auf diese Art und Weise zu impfen, allen voran die Tatsache, dass die Impfung so keine individuelle Entscheidung mehr wäre. Zwar wird immer wieder mal über eine Impfpflicht diskutiert, aber selbst gegen diese bestehen Bedenken. Eine Impfung, mit der man sich quasi ansteckt, ohne etwas dagegen tun zu können, wäre ein noch stärkerer Eingriff in die individuelle Entscheidungsfähigkeit.

Wo solche Impfungen aber in jedem Fall zum Einsatz kommen könnten, wäre das Tierreich. Beispielsweise gibt es eine bestimmte Art Flughunde, die den Ebola-Virus übertragen können. Impfungen bei Wildtierpopulationen sind schwierig, eine ansteckende Impfung könnte den Aufwand minimieren und die Wirkung der Impfung erhöhen. Erste Tests an Nutz- und Wildtieren sind für die nahe Zukunft geplant.

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1 Kommentar

  1. Christoph

    28. Oktober 2016 at 12:24

    In der dritten Welt wäre das sicher auch eine feine Sache. Dort würde es ganz sicher mehr helfen als schaden.

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