Im Labor hergestellte Fleischersatzprodukte erlebten im vergangenen Jahr einen regelrechten Hype. Die Firma „Beyond Meat“ legte an der New Yorker Wallstreet sogar einen rekordverdächtigen Start hin. Dem Konkurrenten „Impossible Food“ gelang es zudem, Kooperationen mit bekannten Marken zu etablieren. Beide Firmen stellen aber kein echtes Fleisch her, sondern vermengen vegetarische oder sogar vegane Produkte so, dass sie zumindest ähnlich schmecken. Die Fastfood-Kette „Kentucky Fried Chicken“ geht nun aber noch einen Schritt weiter. Gemeinsam mit dem russischen Unternehmen „3D Bioprinting Solutions“ sollen die berühmten Chicken Nuggets zukünftig per 3D-Drucker produziert werden. Als Ausgangsbasis dient ein Gemisch aus echten Hühnerzellen und pflanzlichen Materialien. Zusammen mit den Gewürzen und der Panade von KFC soll der Kunde am Ende dann keinen Unterschied mehr schmecken.


Bild: SoWhy / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)

Über die finale Implementierung wurde noch nicht entschieden

Verantwortet wird das gemeinsame Projekt bei KFC von der Forschungsinitiative „Restaurant der Zukunft“. Diese beschäftigt sich mit der Frage, wie technologische Entwicklungen in den Betrieb der Kette integriert werden können. Teilweise wurde daher auch schon der Einsatz von Robotern zum Servieren der Speisen getestet. Die Produktion des Hühnerfleischs geschieht bisher hingegen noch auf rein konventionelle Weise. Gemeinsam mit dem russischen Partner wird nun daran gearbeitet, auch hier modernste Technologie zum Einsatz zu bringen. Die finalen Tests sollen im September in Moskau stattfinden. Anschließend wird das Management von KFC über das weitere Vorgehen beraten. Es darf dabei als wahrscheinlich gelten, dass eine mögliche Implementierung der neuen Nuggets eher Schritt für Schritt vonstatten gehen dürfte. Auf diese Weise ließe sich auch vergleichsweise einfach erproben, ob das Hühnchenfleisch aus dem 3D-Drucker von den Kunden tatsächlich angenommen wird.

Auch Organe könnten langfristig aus dem 3D-Drucker kommen

Grundsätzlich bietet die Nutzung von Laborfleisch das Potential, den ökologischen Fußabdruck der Fleischproduktion deutlich zu verringen. Denn aktuell sorgen die riesigen Hühnerfarmen für nicht unerhebliche CO2-Emissionen. Außerdem kommen teilweise große Mengen an Antibiotika zum Einsatz – wodurch Resistenzen entstehen und befördert werden können. Im Labor entstehen hingegen weder Klimaemissionen noch werden Antibiotika benötigt. Theoretisch könnte das Konzept zudem auch in der Medizin zur Anwendung kommen. So wird aktuell in zahlreichen Forschungsprojekten weltweit daran gearbeitet, menschliche Organe per 3D-Drucker heranzuzüchten. Diese könnten dann die heute dringend benötigten Spenderorgane besetzen. Anders als bei Hühnerfleisch kam es hier aber noch nicht zu einem entscheidenden Durchbruch. Langfristig will „3D Bioprinting Solutions“ aber mit beiden Geschäftsfeldern Geld verdienen: Der Produktion von Hühnerfleisch und der Herstellung von menschlichen Organen.


Via: Der Standard

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