In der Grenzregion zwischen Belgien und den Niederlanden befinden sich zahlreiche Industriebetriebe, die bereits heute Wasserstoff in der Produktion nutzen. Dazu gehören beispielsweise ein Düngemittelhersteller und eine Chemiefabrik. Bisher allerdings wird der Wasserstoff noch mithilfe von fossilen Energieträgern gewonnen. Dadurch ist die Produktion zwar klimafreundlicher als zuvor aber bei weitem noch nicht klimaneutral. Dies ist keineswegs eine ungewöhnliche Situation. Denn über neunzig Prozent des weltweit produzierten Wasserstoffs wird noch ohne Erneuerbare Energien hergestellt. Der dänische Energiekonzern Ørsted möchte dies nun allerdings mit einem Großprojekt ändern. So soll in der Grenzregion ein riesiger Elektrolyseur mit einer Leistung von einem Gigawatt errichtet werden. Der dafür benötigte Strom soll von den Offshore-Windkraftanlagen auf dem Meer stammen. Es würde sich also um sogenannten „grünen Wasserstoff“ handeln.


Die bisher größten Anlagen kommen auf eine Kapazität von 10 MW

Umgesetzt werden sollen die Pläne bis zum Jahr 2030. Sollte die Technologie bis dahin nicht noch einen gewaltigen Sprung machen, würde es sich um die mit Abstand größte Anlage dieser Art weltweit handeln. Zum Vergleich: Aktuell kommen die besten Elektrolyseure auf einen Wert von 10 MW. Die Stadt Hamburg kündigte zudem vor einiger Zeit ebenfalls den Bau einer solchen Anlage an. Auch diese galt damals als die potenziell größte der Welt – wird aber auch nur auf eine Leistung von 100 MW kommen. Der von Ørsted geplante Elektrolyseur soll dann ausreichend grünen Wasserstoff produzieren, um zumindest zwanzig Prozent der industriellen Nachfrage in der Region zu decken. Interessant ist zudem, dass es sich um ein offenes System handelt. Auch andere Anbieter können also theoretisch Wasserstoff in das geplante Leitungssystem einspeisen. Angekündigt hat dies unter anderem die Ölraffinerie Zeeland Refinery, die ebenfalls einen Elektrolyseur mit einer Kapazität von 150 Megawatt errichten möchte.


Wasserstoff ist in der Industrie ohne realistische Alternative

Wasserstoff ist grundsätzlich extrem vielseitig einsetzbar. Noch ist allerdings unklar, ob das Gas sich tatsächlich in Sachen Mobilität oder Heizen durchsetzen wird. In der Industrie scheint der Einsatz allerdings unvermeidlich. Denn bisher gibt es hier keine anderen realistischen Alternativen zu fossilen Energieträgern. In Deutschland beispielsweise arbeitet unter anderem auch ThyssenKrupp daran, die Stahlproduktion mithilfe von Wasserstoff klimaneutral zu gestalten. Interessant ist zudem auch die Geschichte des Ørsted-Konzerns. Denn dieser hieß ursprünglich DONG – was für „Danish Oil and Natural Gas“ stand. Inzwischen musste das Unternehmen allerdings den Namen wechseln, weil es sich vollständig aus der Förderung von Öl und Gas zurückgezogen hat. Stattdessen konzentriert sich der Konzern nun auf die Produktion von grüner Energie. Ørsted gilt damit als Vorbild für viele weitere Öl- und Gaskonzerne weltweit.

Via: Ørsted

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