Der Kleine Buschmoa war gar nicht besonders klein, seine Rückenhöhe lag bei immerhin 70 cm. Der flugunfähige Vogel ist seit etwa 700 Jahren ausgestorben, doch vielleicht werden wir ihm demnächst wieder ganz persönlich begegnen: Sein Genom wurde weitgehend entschlüsselt und liegt nun bereit zur weiteren Verwendung.


Mammut Klon der Harvard University
Mammut Klon der Harvard University

Genom-Lücken des Buschmoas wurden mit Emu-DNA gefüllt

Mehr als 900 Millionen Puzzleteile exakt an dem richtigen Ort zu platzieren, obwohl nur eine ungefähre Vorlage für das Gesamtbild vorliegt, das ist den Wissenschaftlern der Harvard University gelungen. Bei dem Puzzle handelt es sich um die Erbanlagen des Kleinen Buschmoas, das nun wieder fast vollständig vorliegt und darauf wartet, genutzt zu werden. Die Ausgangs-DNA entnahmen die Forscher dem großen Zeh eines Museumsstücks, die Lücken füllten sie mit den Genen eines Artverwandten, des Emus. Auf ähnliche Weise ließe sich auch das komplette Genom des Mammuts rekonstruieren oder, eine Nummer kleiner, die Erbanlagen der im 19. Jahrhundert ausgestorbenen Wandertauben. Im Film »Jurassic Park« entschieden sich die Forscher dafür, Frosch-DNA dort einzufügen, wo sich Leerstellen ergaben – und erweckten so Dinosaurier mit einer unerwarteten Eigenschaft: Die ursprünglich rein weiblichen Populationen konnten sich unerwartet fortpflanzen, da sie die amphibische Eigenschaft besaßen, ihr Geschlecht bei Partnermangel zu ändern. Ob das Auffüllen von DNA-Lücken tatsächlich solche und ähnliche Gefahren in sich birgt, ist unbekannt.

Rückzüchten oder Klonen? So holen wir ausgestorbene Arten zurück

Bei der ganz praktischen Wiedererweckung ausgestorbener Arten sind wir noch nicht angekommen, theoretische Überlegungen existieren aber schon. Die vielleicht harmloseste Variante liegt darin, relativ frisch vom Erdball verschwundene Arten wieder zurückzuzüchten, bei stetigem Vergleich mit den vorliegenden alten Erbanlagen. Dann käme da noch das Klonen infrage, wenn die komplette – oder aufgefüllte – DNA eines vor kurzem noch vorhandenen Tieres vorliegt. Wissenschaftler injizieren ein rekonstruiertes Genom in das Ei einer verwandten, heute noch existenten Spezies und züchten die ausgestorbene Art im Reagenzglas oder einer tierischen Leihmutter nach. Das klingt jedoch sehr viel einfacher als es tatsächlich ist, der Prozess wäre sehr ressourcenintensiv und aufwändig.


Warum sollten wir das überhaupt tun?

Und nicht zuletzt steht noch die Frage im Raum, warum wir die ausgestorbenen Tiere überhaupt wiederhaben möchten: Einfach, um unsere wissenschaftlichen Erkenntnisse zu verbessern? Um die Biodiversität wieder zu erhöhen und damit den heute gefährdeten Arten eine bessere Chance zu geben? Oder sogar, um mit Hilfe dieser Arten die Erde vor noch größeren Schäden zu bewahren? Schließlich war es vermutlich das Mammut, das die ausgedehnten Graslandschaften von Sibirien düngte und damit der Vereisung Einhalt gebot.

Quelle: futurism.com

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