Vor fast einem Jahr kam es in Australien zu einem folgenschweren Zwischenfall. Der Bergbaukonzern Rio Tinto sprengte dort einige mehr als 40.000 Jahre alte Höhlen in die Luft. Diese allerdings galten als heilige Stätte der Aborigines. Der mediale Aufschrei war so groß, dass letztlich der Vorstandsvorsitzende und zwei weitere hochrangige Manager ihren Hut nehmen mussten. Nur fünf Tage nach dem Vorfall genehmigte der westaustralische Schatzkanzler Ben Wyatt allerdings schon das nächste umstrittene Großprojekt: Der Bergbaukonzern BHP will die größte Eisenerzmine des Landes errichten. Beteiligt daran sind auch deutsche Firmen. So baut beispielsweise ThyssenKrupp für das Projekt den größten Schienenbagger der Welt. Doch nun kam es auch hier zu einem schwerwiegenden Zwischenfall: Durch Steinschlag wurde erneut ein den Ureinwohner heiliger Unterstand beschädigt.


Bild: Calistemon, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons

Der Bergbau zerstört immer wieder heilige Stätten

Noch ist allerdings unklar, was genau den folgenschweren Felssturz auslöste. Den Angaben von BHP zufolge wurden zum fraglichen Zeitpunkt jedenfalls keine Arbeiten auf dem Gelände durchgeführt. Es gilt aber als sicher, dass die Arbeiten an der Mine ursächlich für den Steinschlag waren. Dennoch liegt der Fall damit aber etwas anders als bei Rio Tinto. Denn damals wurden die Höhlen ganz bewusst gesprengt, um die Arbeiten voranzutreiben. Diesmal hingegen scheint es sich eher um einen unbeabsichtigten Unfall zu handeln. Gleichwohl ist das Ergebnis natürlich das selbe: Erneut wurde eine heilige Stätte der Aborigines durch den Bergbau zerstört. Dabei hatte BHP nach den Kontroversen um die gesprengten Höhlen eigentlich angekündigt, eng mit den Ureinwohnern zusammenarbeiten zu wollen. So sollten keine Stätten zerstört werden, ohne dies zuvor mit dem betroffenen Volk der Banjima abzusprechen.

Die Gesetzgebung soll zukünftig verschärft werden

Der Abbau von Rohstoffen liefert einen wichtigen Beitrag zum Wohlstand in Australien. So trug der Bergbau unter anderem dazu bei, dass das Land über mehrere Jahrzehnte keine Rezession erlebte. Gefördert werden entsprechende Projekte zudem durch eine vergleichsweise laxe Gesetzgebung und extrem schnelle Genehmigungen. Inzwischen mehrt sich allerdings auch innerhalb des Landes die Kritik an der mangelnden staatlichen Aufsicht. Eine schärfere Gesetzgebung befindet sich daher bereits in Planung. Sie dürfte allerdings nur für zukünftige Genehmigungen gelten. Das rund drei Milliarden Euro teure Erzprojekt South Flank von BHP wäre davon also nicht mehr betroffen. Experten gehen aber davon aus, dass alleine dieses Projekt rund vierzig weitere heilige Stätten der Aborigines zerstören könnte. Zukünftig soll dies aber zumindest in Abstimmung mit Vertretern der Ureinwohner geschehen.


Via: Sydney Morning Herald

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