Die Produktion für ein vollkommen neues Automodell hochzufahren, ist gar keine so einfache Aufgabe. Denn einerseits möchten die Hersteller so viele Schritte wie möglich automatisieren. Andererseits erhöht sich dadurch aber auch die Fehleranfälligkeit – insbesondere bei noch unerprobten Prozessen. Diese Erfahrung musste auch der Autobauer Tesla bei der Einführung des Model 3 machen. Damals wollte Firmenchef Elon Musk nicht nur einfach ein preisgünstiges Elektroauto auf den Markt bringen, sondern gleich auch noch den Produktionsprozess revolutionieren. Das Ende vom Lied: Die Mitarbeiter mussten teilweise die Autos wieder von Hand zusammenschrauben, weil die Technik nicht so funktionierte wie geplant. Musk räumte schließlich seinen Fehler ein und warb mit Peter Hochholdinger einen Produktionsexperten von Audi ab. Inzwischen vermeldet Tesla regelmäßig neue Auslieferrekorde.


Statt auf Brennstoffzellen setzt VW bei PKW auf reine Elektro-Technologie – wie etwa bei dem dieses Jahr erscheinenden ID.3 Bild: VW

Drei Fabriken sollen bis zum Jahr 2022 umgerüstet werden

Diese Geschichte ist auch deshalb interessant, weil der VW-Konzern nun vor einer ähnlichen Aufgabe steht. Denn mit dem ID.3 soll zeitnah das erste reine Elektroauto für die breite Masse auf den Markt kommen. Mit dem ID.4 und dem ID.Buzz befinden sich zudem schon weitere Modelle in der Pipeline. Folgerichtig müssen auch einige Werke des Konzerns nun entsprechend umgerüstet werden. Als Blaupause dient die Fabrik in Zwickau, die bereits weitgehend umgestellt wurde. Selbiges gilt für das mit einem einheimischen Kooperationspartner betriebene Werk im chinesischen Anting. Spätestens im Jahr 2022 sollen dann die Produktionsstätten in Emden, Hannover und Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee folgen. Den aktuellen Planungen zufolge wird dann in Hannover der neue VW-Bus ID.Buzz vom Band laufen, während es in Emden und Chattanooga um die Produktion des ID.3 und ID.4 geht.

VW investiert Milliarden in den Ausbau der Elektromobilität

Auch Volkswagen will die Gelegenheit nutzen, um die Produktion ein Stück weit weiter zu automatisieren. Der Autobauer hat daher 2.200 spezialisierte Roboter bestellt. Diese werden teilweise Aufgaben übernehmen, die ausschließlich bei Elektroautos anfallen – etwa den Einbau der Batterie. Ein Teil wird aber eben auch bei der klassischen Karosseriefertigung zum Einsatz kommen. Theoretisch könnten dadurch die Produktionskosten sinken. Ob dies auch in der Praxis gelingt, wird wohl erst die Zukunft zeigen. Der VW-Konzern ist jedenfalls bereit, viel Geld in die Hand zu nehmen, um die Umstellung auf die Elektromobilität voranzutreiben. So sieht der aktuelle Investitionsplan eine Summe von 48 Milliarden Euro bis zum Jahr 2024 vor. Im November will die Konzernleitung zudem die aktualisierten Planungen vorstellen, die durchaus noch einmal ambitioniertere Zahlungen enthalten könnten.


Via: Handelsblatt

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