Der Elektroautopionier Tesla bietet bereits seit einigen Jahren auch Energiespeicherlösungen an. Im belgischen Terhills wurden diese nun im großen Stil installiert – was für Europa eine Premiere darstellt. Insgesamt sind für den Großspeicher 140 Akkus verbaut worden, die im Bedarfsfall eine Leistung von 18,2 MW zur Verfügung stellen können. Dies entspricht in etwa einem Viertel der von den belgischen Netzbetreibern benötigten Gesamtmenge an Reserven. Der Energiespeichser soll dazu beitragen, Schwankungen bei der Stromproduktion und der Nachfrage besser ausgleichen zu können, sodass die Netzfrequenz von 50 Hertz konstant beibehalten werden kann. Steht zu viel Energie zur Verfügung wird diese in den Akkus gespeichert. Übersteigt die Nachfrage das Angebot, wird der Strom wieder abgegeben. Auf diese Weise wird den Netzbetreibern das Management der Energiewende erleichtert.


So sieht Teslas Stromspeicher in Australien aus. Foto: Tesla

Auch alte E-Auto-Batterien dienen als Stromspeicher

Bisher allerdings galten Batteriespeicher als zu teuer, um sie für große Strommengen zu nutzen. Inzwischen hat auf dem Markt aber ein großer Preiskampf eingesetzt, der die Methode für die Netzbetreiber wirtschaftlich attraktiv gemacht hat. Beflügelt wird diese Entwicklung durch ein weiteres Phänomen: Immer mehr Autokonzerne versuchen, die ausrangierten Batterien ihrer Elektrofahrzeuge anschließend noch als Stromspeicher zu nutzen. So hat etwa der Daimler Konzern in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Hannover ein entsprechendes Projekt gestartet. Ein solcher Ansatz ist auch deshalb sinnvoll, weil sich dadurch die Klima- und Umweltbilanz der Elektroautos deutlich verbessert. Gleichzeitig sorgt das erhöhte Angebot aber auch für fallende Preise auf dem Markt für Stromspeicher.

Deutschland war bisher führend bei Großspeicherprojekten

Tesla hat zudem in der Vergangenheit bereits gezeigt, dass es möglich ist, mit großen Stromspeichern das Netz zu stabilisieren. Am medienwirksamsten geschah dies in Australien, wo Musk der lokalen Regierung eine Wette anbot: Sollte der Speicher nicht rechtzeitig fertig werden, würde er dafür kein Geld verlangen. Tatsächlich hat die entsprechende Anlage inzwischen fristgerecht die Arbeit aufgenommen. Betrachtet man alle möglichen Großspeicherprojekte war in den letzten Jahren Deutschland führend, was den Ausbau betrifft. In diesem Jahr dürfte aber Großbritannien die Nase vorne haben – nicht zuletzt, weil Tesla den nächsten Stromspeicher in Europa in London errichten wird. Ob auch in Deutschland entsprechende Projekte geplant sind, wollte der Konzern bisher nicht konkret beantworten.


Via: Electrek

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