JP Morgan Chase & Co ist die größte Bank der Vereinigten Staaten. Das Geldhaus ist einer der größten Arbeitgeber im US-amerikanischen Finanzsektor und beschäftigt mehr als 240.000 Mitarbeiter. Ein Teil dieser Arbeitnehmer sind Anwälte oder Loan Officers, die relativ mondäne Aufgaben haben, etwa Kreditanträge zu bewerten und auszuwerten. Diesen Aufgaben widmet JP Morgan etwa 360.000 Arbeitsstunden im Jahr. Nun gelang es, diese Arbeit mittels einer künstlichen Intelligenz in wenigen Sekunden zu erledigen.


COIN verschlankt und beschleunigt Arbeitsprozesse

Im Juni 2016 begann JP Morgan damit, ein Programm namens COIN zu implementieren. COIN ist eine Abkürzung für die Bezeichnung Contract Intelligence und basiert auf maschinellem Lernen, das von einem privaten Cloud-Netzwerk unterstützt wird, das das Bankhaus betreibt. COIN verkürzt nicht nur die Zeit, die bei der Überprüfung von Dokumenten benötigt wird, sondern hat auch die Anzahl an Fehlern im Kreditwesen massiv gesenkt, die auf Fehler von menschlichen Mitarbeitern zurückzuführen sind.


COIN ist Bestandteil der Bemühungen von JP Morgan, bestimmte Aufgaben zu automatisieren und neue Tools für Banker und Kunden bereitzustellen. Das Bankhaus stellt ein Budget von 9,6 Milliarden Dollar pro Jahr für den Technologie-Sektor zur Verfügung. Ein nicht unwesentlicher Teil davon fließt in den Bereich Automatisierung. „We have invested heavily in technology and marketing — and we are seeing strong returns„, so die Bank in einer Präsentation für Investoren.

Bedroht die Automatisierung Jobs oder schafft sie Möglichkeiten?

Künstliche Intelligenz wird in den kommenden Jahren und Jahrzehnten vermehrt in Richtung einer Revolution in der Automatisierung führen, wie wir sie zuletzt zu Zeiten der Industriellen Revolution erlebt haben. Die zunehmenden Automatisierung, so erwarten Experten, wird zu einem Verlust von Jobs führen, unter anderem auch in Branchen wie dem Finanzsektor, dem Transportwesen, der herstellenden Industrie sowie im IT-Wesen. Sogar Juristen sind von dem Effekt bedroht. Nach einer Studie sind 57 Prozent der Jobs weltweit davon bedroht, durch Automatisierung ersetzt zu werden.

Die Umstrukturierungen sind vor allem auf einfacheren Zugang zu entsprechenden Technologien und günstigere Hardware zurückzuführen. Automatisierung kann die Effizienz bei der Erfüllung diverser Aufgaben erhöhen und die Gefahr menschlicher Fehler minimieren, bisweilen sogar komplett eliminieren.

Bei JP Morgan sieht man diese Effekte aber nicht als Grund, dass im Zuge der Umstrukturierung Jobs verloren gehen sollten. „People always talk about this stuff as displacement. I talk about it as freeing people to work on higher-value things, which is why it’s such a terrific opportunity for the firm“, so Dana Deasy, CIO von JP Morgan.

Was auch immer der Fall sein wird, es scheint nahezu sicher, dass das Thema Automatisierung den Jobmarkt in den nächsten Jahrzehnten gehörig durcheinander werfen wird. In einigen Unternehmen hat die Umstrukturierung bereits begonnen. Ob am Ende effizientere Unternehmen mit der gleichen Zahl Mitarbeiter stehen werden oder ob Massenarbeitslosigkeit die Folge dieser Prozesse sein wird, bleibt hingegen abzuwarten.

via Bloomberg

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