Kühe können mehr produzieren als »nur« Milch: Forscher in South Dakota nutzen sie als Bioreaktoren, die Antikörper gegen Corona bilden. Das genetisch veränderte Immunsystem der Tiere zeigt sich dabei als hoch effektiv, sodass mit dem Output einer einzigen Kuh mehrere 100 Menschen behandelt werden könnten.


Von Les Meloures at lb.wikipedia, CC BY-SA 3.0, Link

Die Antikörper sollen das Stachelprotein blockieren

Zuerst verpflanzen die Wissenschaftler der Firma SAb Biotherapeutics menschliche Gensequenzen in ihre Kühe. Diese DNS-Stücke dienen dazu, Antikörper gegen eindringende Keime zu erzeugen. Danach trainieren sie genau diese Immunzellen gegen das Coronavirus, indem Sie den Kühen Bestandteile des Erregers injizieren. Jetzt entfaltet sich die entsprechende Immunantwort, die die Forscher für ihre Zwecke nutzen möchten. Vor allem achten die Biochemiker auf Antikörper, die das Stachelprotein von Sars-CoV-2 blockieren. Denn dieses Element hilft dem Virus, sich an Körperzellen anzuheften und das Eindringen vorzubereiten. Ein spezieller Impfstoff dient dazu, die Antikörperproduktion gezielt zu verstärken und anschließend große Mengen davon zu »ernten«.

Kuh-Antikörper bleiben auch bei Viren-Mutation wirksam

Die Vorteile der Antikörperproduktion in Kühen liegen auf der Hand: Wiederkäuer reagieren generell einer starken Immunantwort auf Infektionen, jeder Milliliter Blut enthält doppelt so viele Antikörper wie sein menschliches Pendant. Außerdem haben Kühe relativ viel Blut zur Verfügung, darum können viele Patienten von einem einzelnen Tier profitieren.


Die Forscher setzen aber auf noch ein anderes Phänomen, das ihnen in die Hände spielt: Bei ihrem Verfahren entstehen sogenannte polyklonale Antikörper, die sich nicht nur gegen einen einzigen Abschnitt des Corona-Virus`s richten, sondern gegen mehrere Bestandteile. Die Kuh-Moleküle sind damit besonders wirksam, auch dann noch, wenn der Erreger mutiert. Denn eine Mutation findet nicht an allen Stellen gleichzeitig statt, sie beschränkt sich auf wenige Merkmale. Der Virus könnte also nur dann »entkommen«, wenn er sich vollständig verändern würde. Die oftmals verwendeten monoklonalen Antikörper beherrschen diesen Trick nicht.

Quelle: focus.de

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