Das Münchener Startup Sono Motors hat mit dem Elektroauto Sion schon für zahlreiche Schlagzeilen gesorgt. Die Besonderheit: Das Fahrzeug verfügt über Solarmodule auf dem Dach und an den Seiten, wodurch zusätzliche Reichweite gewonnen werden kann.  Angedacht sind durchaus beachtliche Produktionszahlen. So soll der Sion rund 260.000 Mal vom Band laufen. Eigentlich sollte noch in diesem Jahr mit der Produktion begonnen werden. Doch nun musste das Unternehmen mitteilen, dass der Start der Produktion auf September 2021 verschoben wird. Dies könnte zum Problem werden, weil inzwischen auch renommierte Hersteller die Idee mit den Solarmodulen umgesetzt haben. Noch schlimmer aber: Das Unternehmen braucht dringend neues Geld. Gespräche mit internationalen Investoren scheiterten allerdings.


Bild: Sono Motors

Kunden sollen ihr Auto im Voraus bezahlen

Begründet wurde dies vonseiten der Gründer mit unterschiedlichen Vorstellungen. So hätten die Finanzinvestoren vor allem schnelle Profite im Blick, während Sono Motors auf nachhaltiges Wachstum setzen möchte. Ganz schlüssig ist diese Argumentation aber nicht. Denn in der Vergangenheit hat das Unternehmen durchaus schon mehrere Millionen bei Investoren eingesammelt. Nun aber soll das benötigte Geld durch eine Crowdfunding-Kampagne zusammenkommen. Die Idee: 2.000 Kunden sollen ihr Auto bereits im Voraus bezahlen. Bei einem Verkaufspreis von 25.000 Euro würde dies fünfzig Millionen Euro in die Kassen des Startups spülen. Im Gegenzug sind die Gründer bereit, auf einen Teil der zukünftigen Gewinne zu verzichten. Dafür geben sie ihre Gewinnbezugsrechte in einen sogenannten „Community Pool“, an dem die Vorbesteller beteiligt werden.

Die Zielmarke ist extrem ambitioniert

Auch bisher war es schon möglich, das Solar-Auto vorzubestellen. Dafür musste lediglich eine Anzahlung in Höhe von 500 Euro getätigt werden. Den Angaben des Unternehmens zufolge haben dies bereits rund 10.000 Menschen getan. Diese Zahl ist grundsätzlich durchaus beeindruckend. Sie zeigt aber auch, wie ambitioniert das Crowdfunding-Projekt des Unternehmens ist. Denn um die Zielmarke zu erreichen, müsste rein rechnerisch jeder Fünfte Vorbesteller noch einmal 24.500 Euro nachschießen. Da haben die rund 100 Mitarbeiter des Unternehmens auf jeden Fall viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Wird die Zielmarke von fünfzig Millionen Euro nicht erreicht, soll bei keinem der Crowdfunding-Investoren Geld abgebucht werden. Welche alternativen Formen der Finanzierung dann noch zur Verfügung stünden, wurde bisher nicht näher kommuniziert.


Via: FAZ

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