Die Concorde war ein technisches Meisterwerk. In knapp 3,5 Stunden überquerte sie den Atlantik auf der Strecke von London nach New York. Das kommerzielle Reisen mit Überschallgeschwindigkeit war für viele Menschen ein ganz besonderer Reiz, ganz zu schweigen davon, dass die Concorde doppelt so schnell unterwegs war als jede andere Verbindung auf der Strecke. Der Flugzeughersteller Airbus hat sich nun von der Concorde inspirieren lassen und ein Flugzeug patentieren lassen, dass einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufstellen soll: Von London nach New York in nur einer Stunde.


Concorde 2.0: Mit Hyperschallgeschwindigkeit nach New York

Das Flugzeug von Airbus soll schneller und höher fliegen als alles, was die kommerzielle Luftfahrt bisher gesehen hat. Das geplante Überschallflugzeug hört auf den Projektnamen “Ultra-rapid air vehicle”, wird aber inoffiziell als “Concorde 2.0” bezeichnet. Die neue Concorde soll eine Reisegeschwindigkeit von Mach 4,5 haben, also viereinhalb Mal so schnell wie der Schall unterwegs sein. Die original Concorde erreichte eine Geschwindigkeit von Mach 2,5.


Die Concorde hatte Schwierigkeiten mit den Lärmschutzvorschriften – mit anderen Worten: Sie war deutlich zu laut. Das neue Konzept soll diese Schwierigkeiten beseitigen. Die Concorde war unter vollem Schub derart laut, dass sie über dicht bebauten Gebieten die Geschwindigkeit senken musste. Die Concorde 2.0 möchte dieses Problem durch die Flughöhe und eine rotierende Heckflosse lösen. Durch diese Kombination sollen die Schallwellen horizontal zur Erde abgegeben werden und nicht den Boden erreichen. Die alte Concorde erreichte eine Flughöhe von 18 km, das Flugzeug von Airbus soll es auf 30 km schaffen.

Concorde
Die Concorde brachte Passagiere bis 2003 in 3,5 Stunden von Europa nach New York. Foto: British Airways Concorde, Dean Morley, Flickr, CC BY-SA 2.0

Vertikaler Takeoff: Reisen wie im Spaceshuttle

Den Passagieren des “Ultra-rapid air vehicle” würde eine Reise bevorstehen, die ein bisschen was von einer Reise ins All hätte. Das Flugzeug wird – ähnlich wie ein Spaceshuttle – vertikal abheben und dann von einem Raketenmotor auf Reiseflughöhe getragen werden. Dort würden zwei Staustrahltriebwerke übernehmen und das Luftfahrzeug auf Hyperschallgeschwindigkeit beschleunigen.

Im Vergleich zur alten Concorde würde das neue Modell allerdings starke Einschränkungen bei der Anzahl der Passagiere mit sich bringen. Die Concorde brachte 100 Menschen nach New York, in dem Modell von Airbus sollen 20 Menschen in aufgrund des vertikalen Starts hängemattenähnlichen Sitzen Platz finden.

Luftfahrtenthusiasten müssen nun noch eine bittere Pille schlucken: So schnell wird man keinen Platz in dem Hyperschallflugzeug buchen können. Bis das “Ultra-rapid air vehicle” kommerziell eingesetzt werden kann, sollen noch 30 bis 40 Jahre vergehen.

Neben Airbus arbeitet auch die NASA an einem neuen Hyperschallflieger.

Concorde 2.0 im Video

via IFLScience

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2 Kommentare

  1. Max Müller

    10. August 2015 at 11:02

    hmmm etwas anzukündigen, dass in 30 Jahren kommen soll, na ja.

    Da hat jemand anders die Teleportation erfunden bis dahin …

  2. Matthias Schedel

    2. November 2017 at 18:14

    Wenn es wirklich 30 Jahre dauern sollte, dann wird jemand anderes das Konzept übernehmen und vorher fertig stellen. Vielleicht Virgin Concorde?
    Bis dahin ist auch gelöst, was ein vertikaler Taktoff (Sic!) ist.

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