Sonnenstrahlen, die durch das Fenster scheinen, sorgen nicht nur für Licht, sondern heizen auch den Raum dahinter auf. Gerade im Hochsommer ist dies oftmals aber nicht erwünscht. Wissenschaftler in China haben daher eine intelligente Lösung entwickelt: Eine Fensterfolie, die nur einen Teil des Lichts durchlässt und zusätzlich noch sauberen Solarstrom produziert. Während herkömmliche Solarmoduele aus Silizium hergestellt werden, kommen bei der Fensterfolie Kohlenwasserstoffverbindungen zum Einsatz. Dadurch entstehen Strukturen, die flexibel und teilweise lichtdurchlässig sind. Oftmals wird auch von Plastiksolarzellen gesprochen. Die Forscher in China haben eine solches Solarmodul aus Kohlenwasserstoff nun für den Einsatz an Gebäudefenstern optimiert. Zukünftig könnte Solarstrom also nicht mehr nur auf dem Dach, sondern auch an der Fassade eines Hauses gewonnen werden.


Kalte Sonne
Foto: Cold Sun, Mark Vegas, Flickr, CC BY-SA 2.0

Nur ein Teil des Sonnenlichts gelangt ins Innere des Gebäudes

Tatsächlich ist es den Forschern gelungen, das Sonnenlicht gewissermaßen aufzuspalten. So wird das UV-Licht und das meiste Infrarotlicht schlicht reflektiert. Diese Lichtwellenlängen sind hauptverantwortlich für die Erwärmung von Gebäuden und gelangen so gar nicht erst ins Innere. Das sogenannte nahe Infrarotlicht wiederum wird verwendet, um daraus Solarstrom zu gewinnen. Der restliche Teil der Sonnenstrahlung wird durchgelassen, um weiterhin Licht in das Gebäude zu bringen. Bisher ist dieser Ansatz aber noch nicht vollständig ausgereift. So passiert aktuell nur ein Viertel des Lichts tatsächlich die Folie. Dahinter ist es also noch eher dunkel – dafür im besten Fall aber auch vergleichsweise kühl. Die Forscher hoffen, zukünftig ein besseres Verhältnis zwischen Helligkeit und Kühlung erreichen zu können.

Noch ist der Wirkungsgrad vergleichsweise gering

Außerdem ist die Effizienz der Plastiksolarzellen noch deutlich niedriger als bei der klassischen Variante aus Silizium. So liegt der Wirkungsgrad bei 6,5 Prozent. Die Module auf dem Dach hingegen kommen auf Werte zwischen 15 und 19 Prozent. Auch hier sehen die Forscher allerdings noch erhebliches Potential bei der noch recht neuen Technologie. Schon heute wäre es aber theoretisch möglich, alle Fenster eines Hauses mit den Fensterfolien zu bedecken und so bis zu fünfzig Prozent des extern bezogenen Stroms zu ersetzen. Bisher existieren von den Stromgeneratoren für das Fenster nur erste Prototypen. Die beteiligten Forscher rund um Hin-Lap Yip von der South China University of Technology sind sich aber sicher, dass es schon recht bald auch marktreife Produkte geben wird.


Via: Joule

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