Graphen gilt als das neue Wundermaterial in der Forschung. So konnten Wissenschaftler mit dem einlagigen Kohlenstoff bereits zahlreiche Dinge verbessern – von Schuhen über Gummibänder bis hin zu Smartphone-Displays. Der australischen Firma Talga Resources ist nun ein wichtiger Durchbruch im Bereich der Elektromobilität gelungen. Sie entwickelte einen neuartigen Beton, der das induktive Laden von Elektroautos ermöglichen soll. Autofahrer müssten dann nicht mehr die nächste Ladestation ansteuern, sondern könnten ihre Batterie während der Fahrt oder beim Parken aufladen. Möglich wird dies, weil die Forscher den Beton mit Graphen versetzten. So wurde aus dem eigentlich isolierendem Material ein elektrischer Leiter. Gemeinsam mit dem deutschen Baustoffkonzern Heidelberg Cement soll die Neuentwicklung nun bis zur Marktreife gebracht werden.


Der Beton kann auch als Fußbodenheizung dienen

Die elektrische Leitfähigkeit bringt aber auch noch zahlreiche weitere Vorteile mit sich. So muss der Straßenbelag nicht mehr mühselig von Schnee und Eis befreit werden, weil er sich auch vergleichsweise unkompliziert Beheizen lässt. Beton wird aber natürlich nicht nur im Straßenbau verwendet, sondern kann auch in anderen Bereichen sinnvoll genutzt werden. So gehen die Entwickler davon aus, dass der leitfähige Beton auch als Fußbodenheizung zum Einsatz kommen kann. Wichtiger dürfte aber die Anwendung im Automobilbereich sein. Ob allerdings tatsächlich zukünftig Straßen mit einer Mischung aus Beton und Graphen gebaut werden, dürfte nicht zuletzt von den Kosten abhängen. Hierzu machten die an der Entwicklung beteiligten Unternehmen bisher noch keine Angaben.


Der leitfähige Beton könnte Ladestationen ergänzen

Bereits seit einiger Zeit ist zudem bekannt, dass Graphen genutzt werden kann, um den Materialverbrauch bei der Betonproduktion zu verringern. So reduziert sich die Menge an benötigten Ressourcen um rund die Hälfte. Auf diese Weise können auch enorme Mengen an CO2 eingespart werden – nämlich etwa 446 Kilogramm pro Tonne Beton. Außerdem ist der neue Beton deutlich stabiler als die bisher genutzten Alternativen. Er soll daher vor allem bei Projekten eingesetzt werden, die aufgrund ihrer Lage nicht regelmäßig gewartet werden können. Der leitfähige Beton für den Straßenverkehr könnte in einem ersten Schritt ähnlich genutzt werden – nämlich dort, wo es keine ausgebaute Infrastruktur für Elektroautos gibt. Eine alternative Einsatzmöglichkeit wären Parkplätze, auf denen viele Autos parken.

Via: Electrive

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