Dies ist eine ganz schlichte Erkenntnis: Moderne Rechenzentren benötigen jede Menge Strom – und in Deutschland ist Strom extrem teuer. Das ist nicht gerade ein Standortvorteil und es besteht die Gefahr, dass die Kapazitäten zunehmend in Ausland auswandern. Dadurch ginge dann ein wichtiger Wirtschaftsfaktor verloren und die Finanzierung der Energiewende stände vielleicht auf der Kippe.


Von FestusTemplate:Hetzner Online AG, CC BY-SA 3.0, Link

Deutsche Rechenzentren zahlen 113,11 Euro je MWh

Deutschland hat die höchsten Strompreise Europas. Nicht nur für den privaten Verbraucher, sondern auch für die Wirtschaft und speziell für Rechenzentren wird das teuer. Der Digitalverband Bitkom stellte fest, dass die Stromnebenkosten für eine solche Anlage hierzulande im Jahr 2019 bei 113,11 Euro je MWh lagen. Zum Vergleich: In den Niederlanden kommen nur 17,08 Uhr pro MWh zusammen. Die Stromkosten allein machen die Hälfte der Betriebskosten aus, viel Spielraum nach oben gibt es also nicht mehr. Der Löwenanteil des Energiepreises (etwa 70 Prozent) besteht mittlerweile aus Netzentgelten, Steuern und sonstigen Abgaben – und Rechenzentren sind nicht von der EEG-Umlage befreit.

Der Hauptgeschäftsführer von Bitkom, Dr. Bernhard Rohleder, äußerte sich wie folgt: „Rechenzentren tragen einen großen Anteil zur Finanzierung der Energiewende bei und haben in den vergangenen Jahren ihre Energieeffizienz immer weiter gesteigert.«


Etwa 210.000 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel

Die Internetwirtschaft in Deutschland wartet mit einem Jahresumsatz von über 100 Milliarden auf. In den deutschen Rechenzentren sind ungefähr 130.000 Menschen beschäftigt und darüber hinaus hängen geschätzte 80.000 weitere Arbeitsstellen von diesen Anlagen ab. Im schlimmsten Fall stehen also 210.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel, falls die Betreiber der Rechenzentren sich für eine Abwanderung entscheiden. Auch die digitale Souveränität Deutschlands wird darunter leiden, obwohl diese doch theoretisch ganz oben auf der politischen Agenda steht.

Der Strom-Grundpreis unterscheidet sich in den Ländern Europas übrigens kaum, doch die Stromnebenkosten liegen weit auseinander. Rohleder unterbreitet deshalb den Vorschlag, »die entsprechenden Leitlinien und Gesetze auf europäischer und nationaler Ebene zu überarbeiten und zu prüfen, inwieweit zumindest besonders klimafreundliche Rechenzentren bei Stromsteuer und weiteren Abgaben entlastet werden können.«

Quelle: heise.de

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