Der durchschnittliche Tankstopp eines Autos mit Verbrennungsmotor dauert nur wenige Minuten. Schon seit Jahren arbeitet die Autoindustrie daran, bei den Ladezeiten für Elektroautos zumindest einen ähnlichen Wert zu erreichen. Im Laufe der Zeit wurden schon eine Vielzahl an vielversprechenden Ideen präsentiert, um dem Zielwert näherzukommen. Die Realität sieht aber noch eher trist aus: Selbst Teslas Supercharger schafft beim Model 3 in fünf Minuten Ladezeit lediglich eine zusätzliche Reichweite von 120 Kilometern. Von daher ist eine Meldung aus Großbritannien durchaus mit Vorsicht zu genießen. Dort hat ein Startup namens Echion Technologies verkündet, ein spezielles Pulver entwickelt zu haben, das anstelle von Grafit in Lithium-Ionen-Akkus zum Einsatz kommen kann. Anschließend soll sich die benötigte Ladedauer von bisher 45 Minuten auf nur noch sechs verringern.


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Schon nächstes Jahr könnten die neuen Akkus auf den Markt kommen

Gegründet wurde das Startup von Dr. Jean De La Verpilliere, der an der renommierten Cambridge University studierte und in der Branche einen durchaus guten Namen besitzt. Von daher sollte man die Ankündigung nicht von vorneherein als neuestes Beispiel für eine etwas zu optimistische Kommunikation von Startups abtun. Allerdings hält sich Echion Technologies mit Details bisher auch noch stark zurück. Der Gründer verkündete sogar, er dürfte über das Pulver bisher nicht näher reden. Zumindest bestätigte er aber, dass es bereits erste Prototypen gab, die tatsächlich in Rekordzeit geladen werden konnten. Offensichtlich arbeitet man aber noch daran, ein Verfahren zu etablieren, mit dem das benötigte Pulver auch in großen Mengen hergestellt werden kann. Auch hier ist man aber optimistisch: Der kommerzielle Betrieb soll im nächsten Jahr beginnen.

Smartphones und Tablets würden ebenfalls profitieren

Gegenüber den Batterieherstellern wird dann vor allem ein weiterer Vorteil des neuen Wunderpulvers betont: Es lässt sich einfach in die bereits bestehenden Produktionsabläufe integrieren. Dadurch sind keine großen Investitionen notwendig, um die Herstellung der neuen und besonders schnell ladenden Akkus zu etablieren. Außerdem bringt das neue Pulver noch eine weitere Erleichterung mit sich: Bisher besteht bei Lithium-Ionen-Batterien während des Schnellladevorgangs eine erhöhte Explosionsgefahr. Auch dies soll durch das neue Pulver verhindert werden. Neben Elektroautos könnten von der Erfindung zudem auch zahlreiche weitere Elektrogeräte mit integrierten Akkus profitieren – etwa Smartphones und Tablets. Von daher dürfte ein Großteil der Verbraucher die Daumen drücken, dass Echion Technologies den großen Ankündigungen tatsächlich Taten folgen lassen kann.

Via: Cambridge Independent

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1 Kommentar

  1. Skodafahrer

    30. August 2019 at 11:47

    In 5 Minuten könnte nur ein relativ kleiner Akku geladen werden.
    Bei einem 100kW Akku und 80% Ladung in 5 Minuten wäre die mittlere Ladeleistung ohne Verluste schon bei 960kW. Das ist ungefähr die doppelte übertragbare Leistung eines 800V CCS Steckers.

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