Die Operation ist gelungen, die Ärzte sind zufrieden – trotzdem ist jetzt noch nicht alles in trockenen Tüchern. Nach jedem Eingriff in den Körper kann es zu Komplikationen kommen und je schneller man diese erkennt, desto besser die Chancen auf Erholung. Also regelmäßig Fieber messen und nach dem Befinden des Patienten fragen … So war es bislang. Jetzt entwickelten Forscher in Graz ein Sensor-Pflaster, das schneller Alarm schlägt, als bislang in den meisten Fällen möglich. Pflaster als Fiebersensoren Studie verglich Sensor-Pflaster mit Thermometer-Messung Normalerweise misst das Pflegepersonal nach einer Operation regelmäßig Fieber mit einem Infrarot-Thermometer, zumindest außerhalb der Intensivstation. Dabei kommt es vor, dass ein schneller, steiler Anstieg der Temperaturkurve relativ spät in den Blickpunkt gerät, wenn die Infektion längst wütet. In einer Studie verglichen nun Wissenschaftler in der Steiermark ihr frisch entwickeltes »Sensor-Pflaster« mit der üblichen Fiebermessmethode und stellten fest: Die Erfindung wirkt. Erfolgsquote lag bei beachtlichen 94 Prozent Das Pflaster brachten die Forscher seitlich an der Brust unterhalb des Armes an ihren chirurgischen Patientinnen und Patientinnen an. Mehr als 100 Personen nahmen über einen Zeitraum von fast einem Jahr an der Untersuchung teil, eingeteilt in zwei Gruppen. Die zweite Gruppe erhielt ihre übliche Infrarot-Fiebermessung ohne Einsatz des Pflasters. In der Pflastergruppe entwickelten 33 Personen nach ihrer Operation Fieber, in 31 Fällen schlug das Mini-Gerät dabei frühzeitig Alarm. Das Infrarot-Thermometer erkannte hingegen nur 12 Infektionen, bevor sie sich ernsthaft entwickelten. Die Erfolgsquote der neuen Methode lag somit bei beachtlichen 94 Prozent. 90.000 Infektionsrate nach Operation pro Jahr in Europa Die Fieberdaten des Pflasters lassen sich ganz einfach per Smartphone auslesen und so in Echtzeit beobachten. Gegenmaßnahmen konnten in der Studie zügiger erfolgen und schlugen damit auch besser an. Das Problem, das die Österreicher damit am Schopfe packen, ist alles andere als klein: Ungefähr 90.000 Menschen sterben in Europa Jahr für Jahr an einer Infektion, die auf eine Operation folgt. Und das eben auch auf der Normalstation, wo die Überwachung bislang offensichtlich zu entspannt ablief. Quelle: steiermark.orf-at Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende. Facebook Facebook Twitter Twitter WhatsApp WhatsApp Email E-Mail Newsletter
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