Wenn man den Dampf von kochendem Salz- oder -Schmutzwasser einfängt und abkühlt, bleibt reines Trinkwasser übrig. Funktioniert prima, benötigt aber sehr viel Energie. Deshalb arbeiten fast alle Entsalzungsanlagen nach dem Prinzip der Umkehrosmose. Das zu behandelnde Wasser wird unter hohen Druck gesetzt. Eine Membran, die den Behälter abschließt, lässt nur Wassermoleküle durch. Alles andere bleibt im Behälter. Bei dieser Technik ist der Energieaufwand geringer, aber immer noch ziemlich hoch. Zudem wird längst nicht alles Wasser genutzt.


Ozean
Foto: The Atlantic Ocean, Milan Boers, Flickr, CC BY-SA 2.0

Kaskadenschaltung nutzt das gesamte Wasser

Aqualife Global, eine Ausgründung aus der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) in der Schweiz, kehrt zum Wasserkoch-Prinzip zurück. Trotzdem ist der Energieverbrauch geringer als bei anderen Techniken. Das Jungunternehmen nutzt ein Verfahren, das Jeff Ong vom EPFL-Labor für anorganische Synthese und Katalytik entwickelt hat. Es ist kaskadenförmig aufgebaut. In der ersten Kammer wird Wasser auf lediglich 80 Grad Celsius erhitzt. Trotzdem verdampft es, denn der Druck liegt deutlich unter dem normalen Luftdruck. Der Dampf wird abgekühlt, sodass er zu Trinkwasser kondensiert.

Den jetzt höher mit Salz oder Schmutz angereicherten Inhalt des ersten Behälters pumpt Ong in ein zweites Gefäß, essen Unterdruck noch größer ist. Entsprechend früher siedet er. Die benötigte Energie stammt komplett aus der ersten Stufe. Wieder wird der Dampf kondensiert und der Rest landet in der nächsten Stufe, in der der Druck noch geringer ist. In den nächsten Stufen wird das Restwasser entzogen, bis nur noch ein nahezu fester Rückstand übrigbleibt. Für den ganzen Prozess reicht die Wärmeenergie der ersten Stufe. Allerdings ist noch Strom nötig, um die Vakuumpumpe zu versorgen.


Wasserversorgung für abgelegene Dörfer

Noch in diesem Jahr will das Unternehmen eine Entsalzungsanlage bauen, die in einen Container passt. Dieser könnte beispielsweise in Verbindung mit Solarmodulen ein Dorf mit sauberem Wasser versorgen, das weder an eine Stromleitung angeschlossen ist noch Zugang zu sauberem Trinkwasser hat. Die Anlage könnte auch in konventionellen Entsalzungsanlagen genutzt werden, um das Restwasser zu entsalzen. Die wirtschaftlichen Aussichten sind gut. Experten schätzen, dass der Weltmarkt für Entsalzungsanlagen bis 2025 auf 27 Milliarden US-Dollar anwächst.

via EPFL

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1 Kommentar

  1. Björn

    6. Juni 2019 at 11:01

    Wieso muss der Rest umgepumpt werden? Könnte der Druck nicht kontinuirlich reduziert werden sodass das Wasser/Restwasser die ganze Zeit kocht > Verdunstet und kondensiert?!

    btw: Strom ist auch zum erhitzen des Wassers notwendig(außer es geschieht durch die Sonne) und für die Restwasserpumpe.

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