Die NASA hat aktuell viel Spaß mit ihrem Marsrover Perseverance. Dieser brachte unter anderem den Mini-Hubschrauber Ingenuity auf den roten Planeten. Nach einigen technischen Schwierigkeiten stieg das Flugobjekt dann am Montag tatsächlich kurz in die Luft. Aus technischer Sicht war dies ein Durchbruch. Denn erstmals konnte tatsächlich ein Flug auf einem anderen Planeten realisiert werden. Nun sind noch fünf weitere Flüge auf dem Mars geplant. Aus wissenschaftlicher Sicht mindestens ebenso bedeutend ist aber auch eine goldene Box, die optisch ein wenig an eine Autobatterie erinnert. Tatsächlich trägt die Anlage den Namen Moxie – was für „Mars Oxygen In-Situ Resource Utilization Experiment“ steht. Die Idee dahinter: Das Kohlendioxid aus der Atmosphäre des Mars soll genutzt werden, um daraus Sauerstoff zu extrahieren. Dies wiederum ist eine Voraussetzung, um eines Tages auch Menschen auf den Planeten zu schicken.


Bild: NASA/JPL-Caltech

Erstmals wurde Sauerstoff auf einem fremden Planeten extrahiert

Nun ist es erstmals tatsächlich gelungen, innerhalb der goldenen Box CO2 aufzuspalten und so Sauerstoff zu gewinnen. Möglich wurde dies durch eine Kombination von verschiedenen elektrischen und chemischen Prozessen. Insgesamt konnte Moxie bei diesem ersten Test bereits rund fünf Gramm Sauerstoff gewinnen. Dies würde ausreichen, um einen Astronauten für rund zehn Minuten zu versorgen. Aus technischer Sicht soll das Gerät in der Lage sein, innerhalb von einer Stunde zehn Gramm Sauerstoff zu gewinnen. Für die Versorgung eines Menschen auf dem Mars würden aktuell also mindestens drei der Anlagen benötigt. Trotz dieser noch vergleichsweise niedrigen Ausbeute ist man bei der NASA mit dem Ausgang des Experiments sehr zufrieden. Denn erstmals konnte tatsächlich auf einem fremden Planeten Sauerstoff extrahiert werden. Aktuellen Planungen zufolge wird dieser nicht nur für die Versorgung von Menschen auf dem Mars benötigt, sondern auch für den Antrieb der Rakete während der Rückreise.

Zahlreiche Staaten wollen den Mars näher erforschen

Der Marsrover Perseverance war insgesamt 203 Tage im All unterwegs, bevor er den roten Planeten erreichte. Dort landete er auf einem ausgetrockneten See, dessen Beschaffenheit er in den nächsten zwei Jahren nun intensiv untersuchen soll. So soll unter anderem nach Spuren früheren mikrobiellen Lebens gesucht werden. Außerdem erhoffen sich die NASA-Forscher neue Erkenntnisse über Klima und Geologie des Planeten. Insgesamt investierte die US-Raumfahrtbehörde acht Jahre Entwicklungszeit und 2,5 Milliarden Dollar in das Projekt. Die Vereinigten Staaten sind allerdings nicht das einzige Land, das den Mars zuletzt verstärkt in den Blick genommen hat. Denn auch Indien, China und die Vereinigten Arabischen Emirate haben zuletzt Sonden zu dem Planeten geschickt. Hinzu kommen noch zahlreiche private Projekte. So hat unter anderem Multi-Unternehmer Elon Musk angekündigt, eine eigene Marskolonie zu errichten. Amazon-Boss Jeff Bezos wiederum will zumindest zahlende Touristen dorthin befördern.


Via: NASA

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