Der schwierigste Part beim Motorradfahren besteht für Einsteiger oft darin, das Gefährt in Balance zu halten. Ob bei niedrigen Geschwindigkeiten, in steile Kurven oder gar im Stillstand: Motorräder neigen naturgemäß mit ihren zwei Rädern zum Umkippen. Bislang lag es hauptsächlich am Fahrer, die Stabilität zu gewährleisten, doch nun hat ausgerechnet ein wenig bekanntes Start-up aus Singapur das weltweit erste selbstbalancierende Elektromotorrad entwickelt, das nun schon in Serienproduktion geht. Das Motorrad OMO X balanciert sich selbst aus / Foto: OMOWAY Control Moment Gyroscope passt Drehimpuls in Echtzeit an Als Herzstück dieser Erfindung dient das »Control Moment Gyroscope« (GMG), das den Drehimpuls in Echtzeit anpasst. Der Name es Motorrads: OMO X. Der Hersteller: OMOWAY. Die Produzenten kombinierten ihre Selbstbalancier-Technologie mit moderner Bildbearbeitung zur räumlichen Orientierung. Sensoren und Kameras erfassen die Umgebung, leistungsstarke Prozessoren verarbeiten die empfangenen Daten und füttern damit das eigentliche Stabilisierungssystem. Die GMG-Technik ist nichts Neues, sie wird nur zum ersten Mal in einem Motorrad angewendet. Bislang war sie eher aus Satelliten und Raumschiffen bekannt. Gyroskop-Einstellungen sind individualisierbar OMOWAY demonstrierte das Können des neuen Gefährts auf einer großen Wippe, wo es ohne Fahrer die Balance halten konnte. Allerdings handelt es sich beim OMO X im technischen Sinne eher um einen Scooter als um ein vollwertiges Motorrad. Die Karosserie besteht aus modular austauschbaren Teilen, die drei verschiedene Ausbauvarianten ermöglichen: ein Street-Modell, einen Step-through-Scooter und eine Touring-Version mit Möglichkeit zum Gepäcktransport. Die Gyroskop-Einstellungen sind individuell anpassbar, sie berücksichtigen sowohl veränderte Gewichtsverteilungen als auch individuelle Geschwindigkeiten. In der Cloud soll das System die Daten zu häufig befahrenen Strecken speichern und so die Stabilisierung proaktiv anzupassen lernen. Der Elektromotor soll das Fahrzeug bis zu einer Geschwindigkeit von 110 km/h antreiben, die Reichweite liegt bei rund 200 km. Technisch ist das OMO X ungewöhnlich vollgepackt: Es verfügt sogar über ein HALO-Pilot-System mit Features wie Ein-Knopf-Parken, adaptiver Tempomat und selbständiges Fahren zum Fahrer – allesamt Funktionen, die bislang meist den Autos vorbehalten waren. Die Aufladung kann kabellos erfolgen und sogar ein 10,25-Zoll-Display befindet sich an Bord. Geplanter Kaufpreis: 3.800 Dollar. Vielleicht wird man das OMO X demnächst auch in Deutschland öfter mal sehen. Quelle: newatlas.com Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende. Facebook Facebook Twitter Twitter WhatsApp WhatsApp Email E-Mail Newsletter