Ob Harry Potter oder Star Trek: In vielen Büchern und Filmen werden Menschen oder Gegenstände vollständig unsichtbar. Dabei handelt es sich aber natürlich um reine Fiktion. Schon seit vielen Jahren wird auch in der Wissenschaft an verschiedenen Ansätzen in dieser Richtung geforscht, bisher ist aber noch kein entscheidender Durchbruch gelungen. Dies könnte sich nun ändern. Denn der Physiker Jose Azaña vom kanadischen Institut INRS hat ein Verfahren entwickelt, mit dem zumindest eindimensionale Objekte tatsächlich für das menschliche Auge unsichtbar gemacht werden können. Noch steht die Forschung ganz am Anfang, doch der Wissenschaftler ist sich sicher: „Unsere Arbeit stellt einen Durchbruch bei der Suche nach einer Tarnkappe dar.“ Die ersten Ergebnisse wurden nun in dem Journal Optica veröffentlicht.


Bild: Eye, randychiu, Flickr, CC BY-SA 2.0

Speziell Filtern blenden ausgewählte Lichtfrequenzen aus

Grundsätzlich besteht Licht stets aus Wellen mit verschiedenen Farben. Sichtbar wird dies beispielsweise, wenn ein Lichtstrahl durch ein Prisma gebrochen wird. Vereinfacht ausgedrückt, sehen wir etwa einen blauen Gegenstand, weil dieser die blauen Lichtwellen reflektiert. Nun ist es den Forschern gelungen, spezielle Filter zu entwickeln, mit denen bestimmte Lichtfrequenzen ausgeblendet werden können. Dadurch wird dann etwa bei dem blauen Objekt auch nichts mehr reflektiert – und es ist für das menschliche Auge nicht mehr zu sehen. Bisher funktioniert dies aber nur aus einem Blickwinkel. Sobald der Betrachter sich ein wenig bewegt, geht auch der Unsichtbarkeitseffekt verloren. Die Forscher arbeiten aber bereits daran, eine breitere Wirkung zu erzielen.

Eine militärische Nutzung wäre sehr wahrscheinlich

Eine Anwendungsmöglichkeit der neuen Technik liegt auf der Hand: Militärs in aller Welt dürften sehr daran interessiert sein, Menschen und Gegenstände unsichtbar zu machen. Immerhin gehen Tarnkappenbomber und Camouflage-Uniformen ja bereits in diese Richtung. Die Autoren des wissenschaftlichen Aufsatzes sprechen ebenfalls von einer möglichen militärischen Nutzung. Sie sagen aber auch: Bis die Technologie tatsächlich außerhalb des Labors zum Einsatz kommen kann, dürften noch mehrere Jahre vergehen. Zumindest wurde aber ein Ansatz etabliert, bei dem sich weitere Forschungsarbeit zu lohnen scheint. In einem ersten Schritt sollen nun auch zwei- und dreidimensionale Objekte unsichtbar gemacht werden. Allein dies würde schon einen erheblichen Fortschritt darstellen.


Via: Global News

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