Je stärker die Digitalisierung voranschreitet, desto wichtiger wird auch der Schutz der entsprechenden Infrastruktur. Denn Hacker-Angriffe sind längst kein zu vernachlässigendes Problem mehr. So schätzt der Branchenverband Bitkom, dass sich der jährliche Schaden durch solche Attacken auf rund fünfzig Milliarden Euro beläuft. Seit Beginn der Corona-Krise haben zudem auch die Angriffe auf große Unternehmen und wichtige Infrastruktur zugenommen. Der Schutz vor Hackern ist allerdings selbst für Experten gar nicht so einfach zu bewerkstelligen. Denn natürlich kann man nur Sicherheitslücken schließen, die man auch kennt. Ein durchaus probates Mittel ist es daher, sogenannte „ethische Pentester“ zu beauftragen. Dabei handelt es sich um externe Experten, die ohne Vorwissen versuchen, in das System einzudringen. Mögliche Schwachstellen können so aufgedeckt und zeitnah geschlossen werden.


Das Ziel: Hohe Expertise und wenig Verwaltungsaufwand

Allerdings muss bei der Auswahl dieser Experten auf zwei Dinge geachtet werden: Zum einen müssen diese über ausreichend Expertise verfügen, um tatsächlich so viele Schwachstellen wie möglich aufzudecken. Gleichzeitig sollte sichergestellt sein, dass sie seriös arbeiten und die aufgedeckten Schwächen nicht selbst ausnutzen. Um die Suche für Unternehmen zu vereinfachen, hat die Gründerin Fabiola Munguia das Startup Requestee gegründet. Dort können Unternehmen entsprechende Aufträge kostenlos einstellen. Ein speziell entwickelter Suchalgorithmus bringt sie daraufhin mit geeigneten Experten in Kontakt. Erst wenn erfolgreich ein Vertrag abgeschlossen wurde, fällt für die Plattform eine Vermittlungsprovision an. Das Startup verspricht, auf diese Weise den Verwaltungsaufwand für die Unternehmen massiv zu reduzieren und diesen dennoch geprüfte Expertise zu vermitteln.


Investoren sollen die Expansion ermöglichen

Bisher haben die beiden Gründer – neben Munguia ist dies noch Grigory Emelianov – das Unternehmen mit seinen aktuell zehn Mitarbeitern ohne fremde finanzielle Mittel finanziert. In diesem Monat soll nun aber die Suche nach Investoren starten. Denn das Unternehmen befindet sich an einem wichtigen Meilenstein. Das eigentliche Produkt – also die Plattform und der dahinter stehende Algorithmus – sind soweit fertig. Nun geht es darum, sich auf möglichst vielen Märkten zu etablieren. Dabei stehen vor allem die Vereinigten Staaten und Israel im Fokus der geplanten Expansion. Das Geld der Investoren soll genutzt werden, um in diesen Ländern möglichst schnell eine Präsenz aufzubauen. In drei Jahren möchte das Unternehmen dann der „der Pentester-Marktplatz Nummer eins auf der ganzen Welt“ sein. Im Idealfall dürfte die Arbeit von bösen Hackern dadurch zukünftig zumindest ein bisschen schwerer werden.

Via: Handelsblatt

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