Mein Gehirn gehört mir allein! Niemand kann meine Gedanken lesen oder mich gar von außen steuern, und das soll auch so bleiben. Wer will sich schon in seinen grauen Zellen herumpfuschen lassen? Keine Sorge, bei Menschen ist das in nächster Zeit (noch) nicht zu befürchten, doch die Fliegen hat es jetzt erwischt. Forschern ist es gelungen, ihr Gehirn zu hacken und ihre Bewegungen ein Stück weit fernzusteuern.


Forscher manipulieren Fliegengehirne

Präzise und minimalinvasive Werkzeuge gesucht

»Um das Gehirn zu erforschen oder neurologische Störungen zu behandeln, sucht die wissenschaftliche Gemeinschaft nach Werkzeugen, die sowohl unglaublich präzise als auch minimalinvasiv sind«, sagte Jacob Robinson, einer der Autoren der Studie an der Rice University in Texas. »Die Fernsteuerung ausgewählter neuronaler Schaltkreise mit Magnetfeldern ist so etwas wie ein heiliger Gral für die Neurotechnologie. Unsere Arbeit ist ein wichtiger Schritt in Richtung dieses Ziels, da sie die Geschwindigkeit der magnetischen Fernsteuerung erhöht und damit näher an die natürliche Geschwindigkeit des Gehirns heranrückt.«

Wahrnehmungen von Mensch zu Mensch übertragbar?

Das Team hat sich offiziell zum Ziel gesetzt, demnächst den visuellen Kortex von Menschen zu stimulieren, um Sehbehinderungen zu beheben. Auch Mobilitätsprobleme könnten sich eines Tages per Fernsteuerung lösen lassen, doch die DARPA (Forschungsbehörde des Pentagons), die das Projekt finanziert, hat darüber hinaus noch andere Pläne: Sie möchte ein Headset entwickeln, das dazu dient, neuronale Aktivitäten auszulesen und sie auf eine andere Person zu übertragen. So kann ein Mensch die Gedanken und die Wahrnehmung eines anderen auslesen. Ob das eine gute Idee ist?


Die Fliegen spreizten »auf Befehle« ihre Flügel

Nun zum eigentlichen Versuch: Das texanische Team nahm eine genetische Veränderung an den Fliegen vor, die dazu führte, dass die Tiere einen hitzeempfindlichen Ionenkanal an einigen ihrer Neuronen ausbildeten. Sobald der Kanal Wärme wahrnimmt, aktiviert er das Neuron, das wiederum dazu da ist, ein Flügelspreizen auszulösen. Die Fliegen verwenden diese Geste normalerweise bei der Paarung. Außerdem injizierten die Wissenschaftler Eisenoxid-Nanopartikel in die Insektengehirne, danach kamen die Tiere in einen Behälter über einer Magnetspule. Wurde das Magnetfeld eingeschaltet, nahmen die Ionenkanäle Wärme war – und die Fliegen spreizten ihre Flügel. Der Effekt hielt ungefähr eine halbe Sekunde an.

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Quelle: newatlas.com

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