Alle großen Autohersteller in den Vereinigten Staaten bieten sogenannte „Crate“-Motoren an. Kunden kaufen also kein Auto, sondern lediglich ein Motorenpaket, das sie in jedes beliebige Fahrzeug einbauen können. Für den normalen Autobesitzer ist dies vermutlich kein besonders relevantes Angebot. Sammler, Liebhaber und Tuner greifen darauf aber gerne zurück. Nun scheint auch dieses Segment langsam im Zeitalter der Elektromobilität anzukommen. Denn auf der Tuning-Messe SEMA hat Ford einen Crate-Motor namens Eluminator vorgestellt. Wie es der Name bereits andeutet, handelt es sich um einen Elektromotor. Theoretisch können somit nun alte Ford-Modelle mit Verbrennungsmotor eigenhändig umgerüstet werden. Aus technischer Sicht ist dies vergleichsweise einfach möglich: Der E-Motor muss lediglich mit den Antriebswellen der Vorderachse verbunden werden. Auch aus rechtlicher Sicht gibt es keine Probleme: Das Nachrüstpaket ist in allen US-Bundesstaaten zugelassen.


Bild: Ford

Die Akkus müssen bisher noch selbst organisiert werden

Nach dem Umbau kommt das jeweilige Fahrzeug dann auf eine Leistung von 206 Kilowatt und einen Drehmoment von 430 Newtonmetern. Dies sind Werte, die sich durchaus sehen lassen können. Allerdings bringt die Umrüstung natürlich auch Kosten mit sich. Der Motor selbst soll 3.900 Dollar kosten. Wer ihn zudem nicht selbst einbauen möchte, muss noch entsprechende Arbeitskosten für Fachleute mit einkalkulieren. Hinzu kommt: Ein Elektromotor alleine bringt das Auto natürlich noch nicht in Bewegung. Vielmehr wird auch eine Energiequelle benötigt. Bisher allerdings müssen sich potenzielle Umrüster die dafür benötigten Akkus noch selbst organisieren. Ford hat hier bisher keine Lösungen im Angebot. Dies soll sich zukünftig allerdings ändern: Der Konzern verspricht, ein ganzes Ökosystem auf den Markt zu bringen, das die vollständige Umrüstung von Verbrennern auf einen Elektroantrieb ermöglicht. Was theoretisch möglich ist, hat Ford auf der Messe auch schon gezeigt: Dort wurde ein umgerüsteter F-100-Truck aus den 1970er Jahren präsentiert.

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Wie groß das Interesse ist, bleibt noch abzuwarten

Aus rein technischer Sicht sollte es für die Fahrer von alten Ford-Autos zukünftig also kein Problem darstellen, den Schritt in Richtung Elektromobilität zu unternehmen. Abzuwarten bleibt allerdings noch, wie oft das Angebot dann auch tatsächlich angenommen wird. Denn gerade Liebhaber und Sammler von alten Autos dürften gegenüber solch radikalen Veränderungen eher skeptisch sein. Der normale Ford-Fahrer wiederum wird auch weiterhin den Verbrennungsmotor nutzen – oder sich gleich ein Elektroauto zulegen. Nichtsdestotrotz dürften die Manager von General Motors und Chrysler das Experiment von Ford mit Interesse beobachten. Sollte sich herausstellen, dass der Elektromotor zum selber nachrüsten doch größeres Interesse hervorruft, dürfte die Konkurrenz schon bald mit eigenen Produkten auf den Markt kommen. Die deutschen Autohersteller haben bisher hingegen keine entsprechenden Pläne öffentlich gemacht.

Via: Ford

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