Während die meisten Staaten weltweit bei der Elektrifizierung des Mobilitätssektors auf Lithium-Ionen-Akkus setzen, beschreitet Japan zumindest teilweise einen anderen Weg. Denn das Land gehört zu den größten Förderern von Brennstoffzellen-Fahrzeugen. Diese nutzen Wasserstoff, um direkt vor Ort Strom zu erzeugen. Als Abfallprodukt entsteht lediglich Wasser, sodass die Fahrten auf lokaler Ebene emissionsfrei ablaufen. Allerdings ist die Produktion von Wasserstoff extrem energieintensiv. In Japan selbst kann dieser daher nicht in den Mengen produziert werden, die nötig wären, um tatsächlich die gesamte Wirtschaft umzustellen. Deshalb plant das Land, einen Teil des Bedarfs zu importieren. Ein Konsortium aus Kawasaki Heavy Industries, Iwatani Corporation, Shell Japan and J-Power will dabei die Führung übernehmen.


Bild: Kawasaki Heavy Industries

Für den Antrieb sorgt weiterhin ein Diesel-Motor

Die wichtigste Frage in diesem Zusammenhang: Wie kann der Wasserstoff transportiert werden? Grundsätzlich ist dies mit Pipelines möglich. Allerdings ist Japan eine Insel, was den Bau entsprechender Infrastruktur erschwert. Deshalb hat Kawasaki nun ein Schiff präsentiert, das in der Lage ist, Wasserstoff zu transportieren. Voraussetzung ist allerdings, dass sich an den Häfen jeweils spezielle Ver- und Entlade-Terminals befinden. Für den Transport wird das Gas extrem stark komprimiert und auf minus 253 Grad Celsius heruntergekühlt. Insgesamt kann das Schiff auf diese Weise 1.250 Kubikmeter Wasserstoff pro Fahrt transportieren. Wirklich klimafreundlich ist der Transport allerdings nicht. Denn der Wasserstoff-Transporter wird von einem Diesel-Motor angetrieben. Selbiges gilt für die Lastwagen, die das Gas an Land transportieren.

Auch Wasserstoff aus der Wüste könnte so transportiert werden

Hinzu kommt: Zunächst wird das Schiff Wasserstoff von Australien nach Japan transportieren. In Down Under aber wird die für die Produktion benötigte Energie keineswegs mithilfe von Erneuerbaren Energien gewonnen. Stattdessen kommt nicht besonders klimafreundliche Braunkohle zum Einsatz. Dennoch könnte die Entwicklung von Transportschiffen für Wasserstoff in der Zukunft noch eine wichtige Rolle spielen. Denn auch in anderen Weltregionen gibt es Pläne, das Gas dort zu produzieren, wo günstiger Strom zur Verfügung steht und es anschließend in die Industrienationen zu exportieren. So könnte etwa in der Sahara mit Solarenergie Wasserstoff produziert werden, der dann nach Europa geliefert wird. Mit Schiffen könnte der Export dabei deutlich flexibler gestaltet werden als mit einer Pipeline. Langfristig könnte die Entwicklung von Kawasaki also durchaus zum Klimaschutz beitragen.


Via: New Atlas

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