Am vergangenen Montag wurden in Deutschland 32.227 Megawatt Solarstrom erzeugt. Dies stellte einen neuen Rekordwert dar. Völlig überraschend kommt diese Entwicklung nicht. Denn weil hierzulande immer mehr Solaranlagen errichtet werden, werden jedes Jahr im Frühjahr neue Rekorde aufgestellt. Interessanter ist daher der Blick auf den relativen Anteil an der Stromerzeugung. So stand die Solarenergie am Montag alleine für vierzig Prozent des deutschen Strommixes. Die Erneuerbaren Energien insgesamt brachten es sogar auf einen Wert von 78 Prozent. Damit wurde die eigentlich erst für das Jahr 2038 angepeilte Zielmarke von achtzig Prozent zumindest an einem Tag schon fast erreicht. Dies bedeutet allerdings nicht, dass sämtliche Bemühungen nun eingestellt werden könnten. Denn die Solarenergie profitiert aktuell von zwei Entwicklungen:


Zwei Effekte begünstigen aktuell die Produktion von Solarstrom

1. Das gute Wetter: Dieser Punkt dürfte nicht wirklich überraschen. In vielen Teilen Deutschlands herrschte in den vergangenen Tagen bestes Wetter mit nur wenig Wolken am Himmel. Verantwortlich dafür war ein Hochdruckgebiet über Skandinavien. Die vielen Sonnenstunden trugen zum einen dazu bei, dass sich Landwirte nun vor einem neuen Dürrejahr fürchten. Gleichzeitig profitierten davon aber eben auch die Besitzer von Solaranlagen.


2. Die Corona-Krise: Der Luftverkehr über Deutschland ist massiv eingebrochen. Gleichzeitig haben viele Fabriken ihre Produktion eingestellt oder zumindest heruntergefahren. Dadurch werden auch weniger Güter auf der Straße transportiert. Außerdem sind viel weniger Leute mit dem privaten PKW unterwegs. Alle diese Folgen der Corona-Krise belasten die deutsche Wirtschaft massiv. Sie sorgen aber auch dafür, dass aktuell deutlich weniger Schadstoffe in der Luft sind als sonst. Die logische Folge: Mehr Sonnenstrahlen erreichen die Solarzellen.

Die Corona-Krise sorgt für negative Strompreise

Grundsätzlich ist ein möglichst hoher Anteil der Erneuerbaren Energien am Strommix natürlich erfreulich. Kurzfristig kann dies aber auch zu Problemen führen. Denn gleichzeitig sorgt die Corona-Krise auch dafür, dass die Stromnachfrage deutlich gesunken ist. Teilweise steht daher aktuell mehr Strom zur Verfügung als gebraucht wird. Dies führt zum Phänomen der negativen Strompreise. Die Netzbetreiber müssen also sogar Geld dafür zahlen, dass jemand den Strom abnimmt. Normalerweise tritt dieses Phänomen zumeist an Feiertagen mit besonders gutem Wetter auf. Durch die Corona-Krise kam dies nun aber über einen längeren Zeitraum ungewöhnlich häufig auf. Für die Stromkunden ist dies eher unerfreulich. Denn die Kosten für die negativen Strompreise geben die Netzbetreiber an den Verbraucher weiter.

Via: Time

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