Induktives Laden ist grundsätzlich kein ganz neues Konzept mehr. Bei Tablets und Smartphones beispielsweise funktioniert dies bereits recht gut. Zahlreiche Firmen arbeiten daher daran, den Ansatz auch für Elektroautos nutzbar zu machen. Lange Zeit gab es dabei allerdings einige Kinderkrankheiten zu überwinden. So funktionierte der Ladevorgang nur, wenn die Ladespule im Auto sich direkt über der Spule im Boden befand. Für menschliche Fahrer war es aber kaum möglich, diesen Zustand ohne großes Rangieren zu erreichen. Das Münchener Startup Magment hat dafür nun allerdings eine Lösung entwickelt: Leitfähiger und magnetischer Beton, der als Straßenbelag genutzt werden kann. Die Fahrzeuge können so sogar während der Fahrt aufgeladen werden.


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Pilotanlagen stehen schon auf drei Kontinenten

Möglich wird dies, indem Ferritpartikel in den Beton gemischt werden. Erste Tests haben gezeigt, dass der Baustoff dadurch nicht an Stabilität verliert. Auch die Kosten erhöhen sich nur in einem vertretbaren Ausmaß. Alles in allem ist das Ladesystem von Magment rund 35 Prozent teurer als eine konventionelle Ladestation. Dafür liegen die Ladeverluste aber nur bei rund drei Prozent – und damit niedriger als bei den bisher genutzten Anlagen. Das weltweite Interesse an der Entwicklung des Münchener Startups ist daher auch groß. Erste Pilotanlagen wurden bereits in München, Peking, Bogotá und Köln errichtet. Es ist allerdings unrealistisch, dass in naher Zukunft ganze Autobahnen mit dem neuartigen Beton versehen werden. Stattdessen dürfte die Erfindung vor allem dort zum Einsatz kommen, wo sich regelmäßig Elektrofahrzeuge aufhalten.

Elektrobusse könnten von der Erfindung besonders profitieren

Dies ist beispielsweise bei Bushaltestellen der Fall, die von Elektrobussen bedient werden. Die bayerische Stadt Taufkirchen hat für dieses Anwendungsszenario verschiedene Alternativen durchkalkuliert. Das Ergebnis: Das Laden über einen Stromabnehmer auf der Oberseite des Busses ist rund doppelt so teuer wie die Nutzung des leitfähigen Betons. Auch Parkplätze in den Innenstädten könnten auf diese Weise recht einfach und kostengünstig nachgerüstet werden. Denn in der Vergangenheit ist das Netz an Ladestationen in Deutschland zwar stark gewachsen. Viele Ladepunkte befinden sich aber entlang der Autobahnen und Fernstraßen. Tatsächlich findet der Großteil der Fahrten von Elektroautos aber innerhalb von Städten statt. Hier könnte der neuartige Beton helfen, den Ladevorgang für den Fahrer zu vereinfachen.

Via: Wiwo

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1 Kommentar

  1. Stephan

    18. September 2019 at 20:44

    Schade nur das gerade Beton bei der Herstellung Unmengen von CO2 erzeugt. Das ist keine zukunftsfähige Lösung!

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