Die Coop Genossenschaft betreibt in der Schweiz unter anderem zahlreiche Supermärkte und kommt auf einen Jahresumsatz von mehr als 30 Milliarden Schweizer Franken. Der Konzern ist somit auch für zahlreiche Transportfahrten und die damit einhergehenden CO2-Emissionen verantwortlich. Ändern sollen dies zukünftig allerdings emissionsfreie Wasserstoff-Lastwagen. Schon vor einigen Jahren bauten Ingenieure des Konzerns daher ein entsprechendes Modell, das im Jahr 2017 auch die offizielle Straßenzulassung erhielt. Als man sich allerdings anschließend nach einem Partner aus der Automobilbranche umschaute, winkten sämtliche Unternehmen ab. Niemand wollte in entsprechende Produktionskapazitäten investieren. Der Grund: Die Hersteller fürchteten, dass die mangelnde Infrastruktur zu viele Kunden von einem Kauf abhalten würde. Gleichzeitig investiert aber auch niemand in Wasserstoff-Tankstellen, wenn gar keine Fahrzeuge auf dem Markt sind. Ein klassisches Henne-Ei-Problem.


Bild: H2 Mobilität

Kooperation löst das Henne-Ei-Problem

Die Manager bei Coop reagierten darauf auf ungewöhnliche Art und Weise: Sie holten andere private Unternehmen mit ins Boot und gründeten den Förderverein H2 Mobilität. Diesem gehören auf der einen Seite Unternehmen an, die viele Transporte abwickeln müssen. So etwa die Supermarktkette Migros sowie zahlreiche Logistikfirmen. Auf der anderen Seite konnten aber auch mehrere Tankstellenbetreibr für das Projekt gewonnen werden. Gemeinsam kann man nun eine ausreichend große Nachfrage nach Wasserstoff-Lastwagen garantieren und gleichzeitig den Ausbau des Tankstellen-Netzes vorantreiben. Konkret kommen die Mitglieder des Netzwerkes schon heute auf 4.000 schwere Nutzfahrzeuge und 2.000 Tankstellen. Durch Kontakte gelang es zudem, den südkoreanischen Hyundai-Konzern für das Projekt zu gewinnen. Dieser wird den Bau der Wasserstoff-Lastwagen übernehmen und diese gegen eine Kilometergebühr an die einzelnen Unternehmen vermieten. Bis zum Jahr 2023 soll so die weltweit größte Flotte an schweren Nutzfahrzeugen mit Wasserstoffantrieb entstehen.

Eine Tankstelle lohnt sich ab zehn LKWs

Auch der Staat greift hier unterstützend ein. So ist Wasserstoff von der Mineralölsteuer befreit. Für die entsprechenden Lastwagen muss zudem keine Schwerverkehrs­abgabe gezahlt werden. Erst dadurch rechnet sich der Einsatz auch wirtschaftlich. Rein rechnerisch werden dann rund zehn Lastwagen benötigt, um eine Tankstelle sinnvoll betreiben zu können. Wenn wie geplant ab dem Jahr 2025 1.600 Wasserstoff-LKWs auf den Schweizer Straßen unterwegs sein werden, reicht dies aus für den Aufbau eines einigermaßen flächendeckenden Infrastruktur-Netzes. Davon wiederum könnte dann auch die Entwicklung im Bereich der PKWs profitieren. Denn wenn die Tankstellen einmal gebaut wurden, stellt sich zumindest die Henne-Ei-Problematik nicht mehr. Allerdings gibt es auch ganz grundsätzliche Kritik an der Nutzung von Wasserstoff. Denn dieser ist nur klimaneutral, wenn für die Herstellung ausschließlich Erneuerbare Energien genutzt werden. Bisher mangelt es hier aber noch an ausreichenden Kapazitäten.


Via: H2 Mobilität

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