Die Hamburger Umweltbehörde geht als gutes Vorbild voran: Sie verfügt über ein sorgfältig bepflanztes Gründach, sogar inklusive Bienenstöcke. Im Sommer werden rundherum wieder Kräuter und Wiesenblumen blühen, und das in luftiger Höhe über den Straßen der Elbmetropole. So wie diese Fläche sollen demnächst noch viel mehr Dächer in der Stadt aussehen, und dafür gibt es Fördergelder.


Von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/User:Steffi_M." class="extiw" title="de:User:Steffi M.">Steffi M.</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/" title="Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0">CC BY-SA 3.0</a>, <a href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3145369">Link</a>
Von Steffi M., CC BY-SA 3.0, Link

Seltene Sturmmöwen fühlen sich auf Gründächern wohl

Nistfläche und Bienenweide, Insektenparadies, Sauerstoffquelle, Regenspeicher, Schadstofffilter und Klimaregulator: Ein Gründach übernimmt zahlreiche wichtige Funktionen, die in eng bebauten Städten äußerst wichtig sind. Auch begrünte Fassaden verfehlen ihre Wirkung nicht, sie machen das Leben für die Menschen angenehmer und helfen der Umwelt ein Stück weit wieder auf die angeschlagenen Beine. Sogar geschützte Arten können sich vermehrt in einer Stadt ansiedeln, die mit vielen begrünten Gebäuden aufwartet. In Hamburg sind es die Sturmmöwen, die sich von den liebevoll bepflanzten Dachflächen angezogen fühlen. Vielleicht kann sich ihr Bestand wieder erholen, wenn es noch mehr von diesen naturnahen Lebensräumen gibt, die die Betonwüste durchbrechen. Auf dem Dach der Umweltbehörde nisten bereits jedes Jahr acht bis neun Paare der weiß-grauen Himmelsstürmer.

Schlagkräftiger Überschwemmungsschutz bei Starkregen

Bei Starkregen sind Gründächer eine wahre Entlastung für die Kanalisation. Sie halten 30 bis 40 Prozent des Wassers in den ersten 20 Regenminuten zurück; durchschnittlich punkte sie bei nassem Wetter sogar mit 50 Prozent Rückhaltevermögen. Ein großer Teil des im Gründach versickerten Wassers gelangt überhaupt nicht erst ins städtische Kanalisationsnetz, denn es wird gespeichert, von den Pflanzen verbraucht oder verdunstet direkt wieder in die Luft. Auch die Sommerhitze lässt sich mit den grünen Dächern und Fassaden hervorragend abfedern: Das ist auch dringend nötig bei einer Oberflächentemperatur von 60 Grad, die teilweise in Innenstadtlagen gemessen werden.


Weitere 100 Hektar Grünfläche sollen bald schon hinzukommen

141 Dachfläche sind in Hamburg bereits begrünt, jetzt sollen weitere 100 Hektar hinzukommen. Der Nabu empfiehlt der Stadt ein Gründachkataster für einen besseren Überblick. Die Bürgerschaft stimmt außerdem bald über ein Programm ab, das die Fassadenbegrünung fördern soll. Gründächer stehen schon seit 2014 auf Hamburgs Förderliste, dabei gilt die einfache Regel: je höher die Rückhaltewirkung bei starken Regengüssen, desto saftiger die finanziellen Zuschüsse. Drei Millionen Euro wurden bislang abgerufen, doch das Budget für ein grüneres Hamburg ist noch nicht erschöpft.

Quelle: deutschlandfunkkultur.de

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