Im Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil in Bochum findet aktuell ein Experiment statt, dass das Leben zahlreicher Patienten verbessern könnte. Denn wer so gelähmt ist, dass er seinen Rollstuhl nicht mehr selbst fahren kann, ist in seiner Mobilität stark eingeschränkt. Die Wissenschaftler experimentieren daher mit einer Steuerung per Gedankenkraft über eine sogenannte Hirn-Computer-Schnittstelle. Im Labor konnte auf diese Weise tatsächlich bereits erstaunliche Ergebnisse erzielt werden. In Bochum soll nun geschaut werden, wie sich die Technologie unter realen Bedingungen verhält. Insgesamt zehn Probanden üben daher aktuell mit dem System. Immerhin vier sind nach einigen Wochen Training nun in der Lage, eine Übungsstrecke mit einfachen Hindernissen zu meistern.


Der Lernprozess zwischen Mensch und Computer ist komplex

Dafür müssen die Patienten eine Elektrodenkappe tragen, die elektrische Impulse innerhalb des Gehirns aufzeichnet und an einen Computer weitergibt. Dieser wiederum leitet aus den Daten dann den gewünschten Fahrweg ab. Damit der Trick funktioniert ist allerdings eine extrem große Konzentration des Fahrers notwendig. Außerdem muss der Computer zunächst lernen, welche Impulse mit welchem Bewegungsmuster verknüpft sind – was ein durchaus langwieriger Prozess sein kann. Dies ist auch der Grund, weshalb noch nicht alle Probanden in Bochum die Teststrecke erfolgreich absolviert haben. Die beteiligten Wissenschaftler betonen daher auch: Noch ist das Produkt weit von der Marktreife entfernt. Tatsächlich handelt es sich um wichtige Grundlagenforschung, die zeigen soll, wo das System bereits gut funktioniert und in welchen Punkten noch Verbesserungen erreicht werden müssen.


Bei Hindernissen stoppt der Rollstuhl automatisch

Die Forscher sind daher mit den bisher gewonnenen Ergebnissen der Tests auch sehr zufrieden. Neben der reinen Gedankensteuerung ist der Rollstuhl zudem mit weiterer moderner Technik ausgestattet. So befinden sich eine Infrarot-Kamera und ein Laserscanner an dem Gerät, mit deren Hilfe zwei 3D-Karten generiert und miteinander verknüpft werden. Der Sinn der Übung: Steuert der Rollstuhl auf ein Hindernis zu, soll er automatisch stoppen, um so die Sicherheit des Fahrers zu gewährleisten. Durchgeführt werden die Forschungsarbeiten von einem Team der Technischen Hochschule Lausanne und Experten des Bochumer Krankenhauses. Ihre Hoffnung: Langfristig den Patienten neue Formen der Mobilität zu ermöglichen.

Via: Bergmannsheil

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2 Kommentare

  1. fherb

    19. Juni 2019 at 20:03

    Bitte auch hier Verweise zufügen. „Durchgeführt werden die Forschungsarbeiten von einem Team der Technischen Hochschule Lausanne und Experten des Bochumer Krankenhauses.“ ist unpräzise. Da öffentliche Förderung in der Regel immer projektbezogen ist und Projekte faktisch zwangsweise einen Titel bzw. Abkürzung zur Benennung bekommen, kann die Angabe dessen schon ausreichend sein.

    Oder kupfert Ihr die Meldungen nur ab und unterdrückt Quellen, damit man nicht auf Eure Quellen aufmerksam wird? Glaub ich nicht.

  2. Max L.

    20. Juni 2019 at 10:00

    Die Quelle steht doch unter dem Artikel. Es handelt sich um eine Pressemitteilung des BG Universitätsklinikums Bergmannsheil, an dem auch die Experimente stattfinden.

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