Als die Wikinger Ende des neunten Jahrhunderts auf die Insel kamen, die wir heute Island nennen, war diese immerhin zu einem Viertel von Bäumen bedeckt. Weil die neuen Siedler aber dringend Holz benötigten, reduzierte sich der Baumbestand innerhalb eines Jahrhunderts um 97 Prozent. Dies hat Auswirkungen bis heute. Denn Island ist das Land in Europa mit der niedrigsten Walddichte: Lediglich 0,5 Prozent der Fläche des Landes werden von Bäumen bedeckt. Dies hat auch mit den lokalen Bedingungen zu tun. Denn die Temperaturen sind vergleichsweise niedrig, die zahlreichen aktiven Vulkane spucken regelmäßig Asche und die Böden sind sehr stickstoffarm. All dies hat zwei Dinge zur Folge: Zum einen gibt es mit der Birke nur eine in Island heimische Baumart. Zum anderen wachsen die Bäume dort deutlich langsamer als in Deutschland.


Von Henrik Sachse - Selbst fotografiert, CC BY-SA 3.0 de, Link
Von Henrik SachseSelbst fotografiert, CC BY-SA 3.0 de, Link

In Island ist nur die Birke heimisch

Theoretisch bringen die Pflanzen aber in Island natürlich die selben Vorteile mit sich wie im im Rest der Welt. So können sie helfen, die Erosion der Böden zu stoppen. Außerdem nehmen sie CO2 auf und tragen so zum Klimaschutz bei. Schon vor rund 50 Jahren wurde daher in der Stadt Mogilsa ein Forstdienst gegründet. Dieser erforscht im staatlichen Auftrag, welche Baumarten sich für eine Aufforstung in Island eignen. Deshalb wurde dort ein Wald aus verschiedenen Setzlingen angelegt. Die Experten vor Ort beobachten nun regelmäßig, welche Bäume sich am besten entwickeln. Neben der einheimischen Birke sind dies beispielsweise Kiefern und Pappeln, die ursprünglich in Alaska heimisch waren. Die Bäume verbringen ihre ersten drei Monate jeweils im Gewächshaus, bevor sie es dann mit dem isländischen Klima aufnehmen.

Drei Millionen Bäume in vier Jahren

Letztlich soll so in Island keine Monokultur aus Birken entstehen, sondern eine bunte Mischung aus verschiedenen Bäumen. Dies erhöht zum einen die CO2-Aufnahme, steigert aber auch die Widerstandsfähigkeit der neuen Wälder gegen Naturereignisse wie Dürren oder Stürme. Seit dem Jahr 2015 wurden so in Island bereits rund drei Millionen Bäume gepflanzt. Würde man diese alle nebeneinander stellen, entspräche dies in etwa einer Fläche von 1.000 Hektar. In den nächsten Jahren soll die Aufforstung zudem kontinuierlich fortgesetzt werden. Auch andere Länder haben das Thema als wichtigen Beitrag zum Klimaschutz entdeckt. So wurde in Äthiopien kürzlich ein Weltrekord aufgestellt, indem die Einwohner 354 Millionen Bäume in zwölf Stunden pflanzten. In Deutschland wiederum forderte Landwirtschaftsministerin Juli Klöckner ein „Millionen-Bäume-Programm“.


Via: FAZ

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1 Kommentar

  1. Tobi

    6. August 2019 at 01:10

    Wäre Klasse wenn dies nicht nur einzelne Länder sondern Kontinent über Kontinent und die komplette Bandbreite an Bäumen die in den Ländern heimisch sind und über längere Zeiträume immer wieder oder kontinuierlich nicht nur einmalig gepflanzt würden. Bis kein ungenutzter Quadratmeter mehr ohne Bäume oder vielmehr Wälder wäre. Dazu müsste man aber noch wichtiger die Abholzung von Regenwäldern, Amazonas etc. abstellen und auch dort wieder rekultivieren.
    Scheiß auf Fridays for Future die Bälger sollen Samstag und Sonntag Bäume pflanzen. Versuchen die Welt ein klein wenig zu verbessern statt Schule schwänzen.

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