Die Vereinigten Staaten haben in den letzten Jahren ihre Fähigkeiten in der Cyber-Kriegsführung massiv ausgebaut. Eingesetzt wurden die Technologien beispielsweise im Konflikt mit Nordkorea. Nun aber berichtet die New York Times, dass die amerikanischen Staats-Hacker im vergangenen Jahr vor allem ein Land im Visier hatten: Russland. Demnach wurden zwar bereits im Jahr 2012 einige Angriffe auf das Stromnetz des Landes unternommen. Diese dienten aber vor allem der Informationsbeschaffung. Oder anders ausgedrückt: Es handelte sich um eine moderne Form der Spionage. Im vergangenen Jahr hat sich der Fokus allerdings verschoben. Nun wurde die Schadsoftware bewusst so platziert, dass im Falle eines Konflikts tatsächlich großer Schaden angerichtet werden könnte.


Stromnetze sind für Hacker ein leichtes Ziel

Gedacht ist dies als unmissverständliche Warnung an den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Denn das Innenministerium der Vereinigten Staaten und das FBI warnen bereits seit Jahren davor, dass auch das amerikanische Stromnetz von russischen Hackern infiltriert wurde. Im Falle eines Konflikts könnten sich die beiden Länder also gewissermaßen gegenseitig den Strom ausschalten. Allerdings ist unklar, wie groß die Auswirkungen tatsächlich wären. Denn zum einen ist natürlich nirgendwo detailliert aufgelistet, welche Software wo eingeschleust wurde. Und zum anderen ist unklar, welche Angriffe bereits entdeckt und behoben wurden. Klar ist aber: Stromnetze sind grundsätzlich ein leichtes Ziel für Hacker und lassen sich auch nur schwer schützen.


US-Präsident Trump soll nicht eingeweiht sein

Die Warnung der Vereinigten Staaten soll nun also eine Art Gleichgewicht des Schreckens herstellen. Im Idealfall nutzen dann beide Seiten ihre Möglichkeiten Schaden anzurichten nicht, weil sie wissen, dass die Gegenseite über ähnliche Fähigkeiten verfügt. Pikant ist an der Geschichte der New York Times noch ein weiteres Detail: US-Präsident Donald Trump ist in die Attacken auf das russische Stromnetz anscheinend gar nicht eingeweiht. Rechtlich ist dies möglich, weil für bestimmte Cyber-Attacken die Erlaubnis des Verteidigungsministers ausreicht. Dieser wiederum soll Angst haben, dass Trump die Aktion durch einen spontanen Entschluss gefährdet oder wichtige Details ausplaudert. In Russland wiederum dürfte kein Zweifel daran bestehen, dass Präsident Putin über die gegenseitigen Hacker-Angriffe informiert ist.

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