Eigentlich gibt es in der Natur so eine Art Faustformel in Sachen Krebs: Je mehr Zellen ein Tier besitzt, desto wahrscheinlicher ist auch, dass einige davon zu Krebszellen werden. Bei Elefanten trifft dies allerdings ganz und gar nicht zu. Trotz ihrer immensen Größe erkranken sie so gut wie nie an Krebs. Forscher der University of Chicago haben nun den Grund herausgefunden. Verantwortlich ist ein Gen namens LIF6. Dieses ist grundsätzlich auch bei anderen Säugetieren vorhanden, im Laufe der Evolution aber in der Regel abgestorben. Elefanten haben offenbar einen Weg gefunden, das hilfreiche Gen wieder zu aktivieren – weshalb es von Forschern auch als Zombie-Gen bezeichnet wird. Verschiedene Versuche haben gezeigt, dass die Elefanten dadurch vor Krebserkrankungen geschützt sind.


By M. Disdero (Own work) [CC BY-SA 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons

Mäuse wurden durch das Gen immun gegen Krebs

Demnach kommt es auch bei Elefanten zu krebsartigen Mutationen. Die entsprechenden Zellen werden allerdings durch das Abwehr-Gen zerstört, kurz bevor sie tatsächlich zu gefährlichen Krebszellen werden. Zum Einsatz kommt ein Protein, das Löcher in die Mitochondrien bohrt und so dafür sorgt, dass die Zellen absterben. Dieser Vorgang wird auch als Apoptose bezeichnet. Teilweise haben die Wissenschaftler nun das Gen LIF6 einfach abgeschaltet und konnten in der Folge beobachten, dass sich die gefährlichen Mutationen nicht mehr selbst zerstörten, sondern zu Krebszellen wurden. Der Trick funktionierte aber auch umgekehrt: Als das Schutz-Gen bei Mäusen implementiert wurde, entwickelten sich auch bei diesen keine Krebserkrankungen mehr. LIF6 scheint also tatsächlich einen wirksamen Schutz zu bieten.

Langfristiges Ziel ist ein entsprechendes Krebsmedikament

Die Frage, weshalb Elefanten in der Regel nicht an Krebs erkranken, ist nicht nur für die Tierforschung von Interesse. Vielmehr hoffen die Wissenschaftler, langfristig ein Medikament entwickeln zu können, das die Wirkung des Anti-Krebs-Gens imitiert. Bis es soweit ist, muss allerdings noch einiges an Grundlagenforschung geleistet werden. Bisher ist zum Beispiel noch unklar, warum das Gen bei anderen Säugetieren nicht mehr aktiv ist. Zudem gibt es noch andere Tiere – etwa Fledermäuse und Wale – bei denen das Gen nicht aktiv ist und sich dennoch keine Krebszellen entwickeln. Auch hier dürfte in den nächsten Jahren intensiv geforscht werden, um diesen Aspekt noch genauer zu verstehen und mögliche weitere Ansätze für den Kampf gegen Krebs zu finden.


Via: Bio News

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