Bis in die 1970er Jahre gehörte die Westküstenmetropole Los Angeles zu den Städten mit der höchsten Luftverschmutzung weltweit. Immer wieder musste dort Smogalarm ausgerufen werden. 1970 allerdings wurde landesweit der sogenannte Clean Air Act verabschiedet. Kalifornien wandelte sich zudem zu einem Vorbild in Sachen Umweltschutz. Beides gemeinsam sorgte dafür, dass die Luftqualität beständig zunahm. Zwischen 1993 und 2006 ist beispielsweise die Belastung mit Stickoxiden um 22 Prozent zurückgegangen. Beim Feinstaub konnte sogar eine Reduktion um 36 Prozent erreicht werden. In einer Langzeitstudie konnte nun eine positive Auswirkung dieser Entwicklung nachgewiesen werden: Die Zahl der Kinder, die an Asthma erkrankten, ist um 20 Prozent zurückgegangen. Weltweit geht der Trend hingegen in die andere Richtung und die Zahl der Asthma-Fälle nimmt zu.


Bild: Los Angeles Downtown, PROAydin Palabiyikoglu, Flickr, CC BY-SA 2.0

Weniger Schadstoffe in der Luft = weniger Kinder mit Asthma

Für die Langzeitstudie wurden mehrere tausend Schulkinder rund acht Jahre lang regelmäßig medizinisch untersucht. Gleichzeitig standen in den jeweiligen Schulbezirken auch Luftmessstationen zur Verfügung. Aufgrund dieser Datengrundlage konnten die Forscher eine parallel laufende Entwicklung beobachten: Je stärker die Zahl der Schadstoffe in der Luft reduziert werden konnte, desto weniger neue Fälle von Asthma-Erkrankungen traten auf. Aufgrund der großen Zahl an Teilnehmern konnten andere mögliche Faktoren wie der soziale Status oder mögliche Vorerkrankungen herausgerechnet werden. Die These, dass Luftschadstoffe mit Asthma-Erkrankungen in einem Zusammenhang stehen, wird somit durch die Langzeitstudie eindeutig gestärkt. Für die Regierung von US-Präsident Donald Trump ist dies allerdings nicht unbedingt eine gute Nachricht.

Die Trump-Regierung will die Regulierungen lockern

Denn William Wehrum, der neue Chef der US-Umweltbehörde EPA, wollte die Diskussion um das Thema Luftqualität eigentlich auf andere Art und Weise lösen: Durch mathematische Kniffe und einige Neudefinitionen sollte die Zahl der durch Feinstaub verursachten Todesfälle künstlich heruntergerechnet werden. Dadurch könnten dann einige Regulierungen möglicherweise leichter wieder zurückgenommen werden. Der Vorsitzende des zur EPA gehörenden „Clean Air Science Advisory Commitees“ gab zudem kürzlich noch zu Protokoll, dass es keinen Beweis für einen Zusammenhang zwischen sauberer Luft und gesundheitlichem Nutzen gebe. Da allerdings waren die Ergebnisse der Langzeitstudie aus Los Angeles auch noch nicht publiziert. Ob diese allerdings etwas an der grundlegenden Haltung der Regierung ändern werden, ist eher zu bezweifeln.


Via: Jama

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