Die dicke Staubschicht auf der Oberfläche des Monds hat schon bei einigen NASA-Missionen für Probleme gesorgt. Denn anders als auf der Erde schwebt der Staub nicht durch die Luft, sondern ist deutlich schwerer und liegt auf dem Boden. Nun aber wollen Wissenschaftler der „European Space Agency“ den Mondstaub – in der Fachsprache auch Regolith genannt – für ihre eigenen Zwecke nutzen. Denn sie haben ein Verfahren entwickelt, bei dem Sauerstoff aus der Gesteinsschicht extrahiert wird. Dieser lässt sich dann auf doppelte Art und Weise nutzen. Zum einen von möglicherweise länger auf dem Mond lebenden Astronauten zum Atmen. Zum anderen kann daraus aber auch Raketentreibstoff gewonnen werden. Dies wiederum wäre die Voraussetzung, um den Mond als Basis für noch weiterreichende Weltraum-Missionen zu nutzen.


Mond
Foto: Dino Abatzidis, via Flickr. CC BY-NC-SA 2.0

Das langfristige Ziel ist ein autonomes Leben auf dem Mars

Bisher wird das entwickelte Verfahren allerdings nur auf der Erde getestet. Zum Einsatz kommt zudem kein echter Mondstaub, sondern ein Regolith-Imitat. Grundsätzlich wird bei dem am „Europäische Weltraumforschungs- und Technologiezentrum“ erforschten Prozess der Grundstoff mit geschmolzenem Calciumchlorid vermischt und auf 950°C erhitzt. Setzt man das Gemisch dann zeitweise unter Strom, wird der Sauerstoff extrahiert. Außerdem bleibt eine Metalllegierung zurück, für die bisher zwar noch keine Verwendung gefunden wurde, die grundsätzlich aber auch genutzt werden kann. Langfristiges Ziel der ESA-Forschungen ist es, ein autonomes Kraftwerk auf dem Mond zu errichten, das als Basis für eine längerfristige Besiedlung dienen kann. Ein erster mondtauglicher Prototyp soll Mitte dieses Jahrzehnts fertig sein.

Das Interesse am Mond hat wieder stark zugenommen

Es ist allerdings nicht der erste Ansatz, bei dem Regolith genutzt werden soll, um daraus wichtige Grundstoffe für die Besiedlung des Monds zu gewinnen. So hatte die ESA in der Vergangenheit bereits ein Verfahren vorgestellt, bei dem der Mondstaub mithilfe eines 3D-Druckers zu großen Blöcken verarbeitet wird. Daraus wiederum lassen sich dann Gebäude und weitere Infrastruktur errichten. Der bisher letzte Mensch auf dem Mond verließ den Erdtrabanten am 11. Dezember 1972. In den letzten Jahren ist das Interesse an dem Himmelskörper aber wieder stark angestiegen. So will die NASA in diesem Jahrzehnt wieder bemannte Mondmissionen losschicken. Die chinesische Raumfahrtbehörde wiederum schickte im vergangenen Jahr eine unbemannte Sonde los – und erkundete erstmals die Rückseite des Erdtrabanten.


Via: Engadget

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