Der Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen ist eine der großen medizinischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Ein valider Weg ist nicht nur die Suche nach Antibiotika-Alternativen, sondern auch die Eindämmung der Ausbreitung der multiresistenten Erreger. Letzteres gestaltet sich unter anderem deshalb schwierig, weil die Bakterien sich auf vielfachen Wegen ausbreiten können. Forscher der Aston University im Vereinigten Königreich kamen nun einem weiteren Ausbreitungsweg der gefährlichen Keime auf die Spur: Sie fanden heraus, dass die Bakterien auch von diversen Insektenarten verbreitet werden können.


Insekten als Bakterien-Überträger

Für ihre Studie sammelten die Forscher 19.937 Insekten aus sieben Krankenhäusern im Vereinigten Königreich zwischen März 2010 und August 2011. Etwa drei Viertel davon waren Fliegen, und 14 Prozent waren Insekten wie etwa Blattläuse. Der Rest bestand aus Ameisen, Wespen, Bienen und Motten. Die Insekten wurden weitestgehend mit Hilfe von UV-Licht-Fallen und klebrigen Fliegenpapier in den Krankenhäusern gefangen. Dabei konzentrierten die Forscher sich sowohl auf die Stationen als auch auf die Bereiche für die Nahrungszubereitung.


Eine mikrobiologische Analyse der gefangenen Insekten ergab, dass insgesamt etwa 90 Prozent von ihnen Träger diverser schädlicher Bakterien waren. Teilweise waren die nachgewiesenen Mengen groß genug, um auch Menschen zu infizieren.

86 verschiedene Bakterien gefunden

Insgesamt identifizierten die Forscher 86 verschiedene Bakterien-Stränge, darunter vor allem Enterobakterien, zu denen etwa auch E. coli und Salmonellen gehören. 41 Prozent der identifizierten Stränge gehörten dieser Gruppe an. Danach folgte die Bacillus-Familie mit 24 Prozent. Zu diesen Bakterien gehört etwa B. cereus, ein Bakterium, das mit Lebensmittelvergiftungen assoziiert wird. Die Staph-Familie machte schließlich 19 Prozent aus. Die Studie zeigte, dass insgesamt 53 Prozent dieser Bakterien-Stränge mindestens gegen ein Antibiotikum resistent waren.

The results from this large-scale microbiological analysis show that a variety of flying insects collected from UK hospitals do indeed harbor pathogenic bacteria of different species. What’s quite interesting, though, is the high proportion of drug-resistant bacteria found in these samples. It’s a vivid reminder of how our over-use of antibiotics in healthcare settings is making infections more difficult to treat„, so Federica Boiochhi, die die Studie leitete.

Auch wenn die Zahlen an sich alarmierend klingen, betonen die Forscher jedoch ausdrücklich, dass Insekten nur einen kleinen Teil zur Verbreitung multiresistenter Keime in Krankenhäusern beitragen. Wege wie die Entwicklung alternativer Medikamente sowie nicht-medikamentöser Mittel gegen die „Superbakterien“ sei immer noch deutlich wichtiger einzustufen als der Kampf gegen Insekten, die multiresistente Keime tragen. Dennoch empfehlen die Forscher, dass Krankenhäuser mehr in Ungezieferbekämpfung und Fallen investieren sollten.

via Aston University

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