In Sachen künstliche Intelligenz werden aktuell beinahe täglich neue wichtige Durchbrüche vermeldet. Aus ethischer Sicht ist dies allerdings nicht unproblematisch. Denn es bleibt die Frage offen, ob bei diesem enormen Tempo genug Zeit bleibt, um auch die ethischen Aspekte der Entwicklung zu diskutieren. Die OECD – ein Zusammenschluss von 36 Staaten – hat nun genau dies versucht und insgesamt 50 Experten aus verschiedenen Bereichen an einen Tisch gesetzt. Daraus wiederum entstand eine vierseitige Vereinbarung, die in dieser Woche von allen Mitgliedsstaaten beschlossen werden soll. Es wäre das erste Mal, das sich die Vereinigten Staaten in diesem Punkt zu einer international gültigen Vereinbarung bekennen. Von Bedeutung ist dies, weil im Silicon Valley einige der wichtigsten Unternehmen im Bereich KI ihren Sitz haben.


Künstliche Intelligenz

Die Experten beschränken sich auf vier wichtige Aspekte

Im Wesentlichen bestehen die ethischen Richtlinien aus vier Punkten:

1. Künstliche Intelligenz soll der Menschheit nützen und ihr nicht schaden.


2. Die KI muss die Menschenrechte, demokratische Prinzipien und die nationalen Gesetze respektieren.

3. Für potentielle Nutzer muss jederzeit klar ersichtlich sein, dass sie mit einer künstlichen Intelligenz interagieren.

4. Die Hersteller von KI-Anwendungen müssen für Transparenz sorgen und Verantwortung für die Handlungen der künstlichen Intelligenz übernehmen.

Gleichzeitig wird in dem Dokument aber auch dazu aufgerufen, die wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Entwicklung in Sachen intelligenter Algorithmen weiter voranzutreiben. Grundsätzlich scheinen die Experten vom Potential der Technologie also überzeugt zu sein.

China ist bisher kein Teil der Vereinbarung

Die nun getroffene Vereinbarung ist allerdings freiwillig und nicht bindend. Es obliegt also den Mitgliedsstaaten die vorgegebenen Prinzipien in die nationale Gesetzgebung zu übernehmen – oder dies auch zu unterlassen. Die OECD wird diesen sogenannten Implementierungsprozess aber überwachen und regelmäßig bekannt geben, welche Staaten bei der Umsetzung noch hinterherhinken. China, das in Sachen künstlicher Intelligenz zu den führenden Nationen der Welt gehört, ist übrigens nicht Mitglied der OECD. Daher ist geplant, dass Thema beim nächsten Treffen der G20 im japanischen Osaka auf die Agenda zu setzen. Dort sollen möglichst viele weitere Staaten davon überzeugt werden, die vorgestellten Prinzipien ebenfalls zu übernehmen. Ob dies gelingen wird, lässt sich aktuell noch nicht seriös prognostizieren.

Via: Politico

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