Amerikanische Imker haben seit einiger Zeit mit einer neuen Herausforderung zu kämpfen. So berichtete Ted McFall gegenüber der „New York Times“ von einer schrecklichen Entdeckung: Tausenden seiner Bienen war der Kopf abgerissen worden. Bei der Suche nach den Tätern ist er schnell fündig geworden. Verantwortlich waren sogenannte Asiatische Riesenhornissen. Diese können bis zu neun Zentimeter lang werden und ernähren sich eigentlich von Käferlarven. Wenn diese allerdings nicht mehr in ausreichend großer Zahl vorhanden sind, schauen sich die Hornissen nach alternativen Nahrungsquellen um. Hier wiederum kommen die Bienenvölker ins Spiel. Wenn eine Riesenhornisse einen Bienenstock entdeckt, markiert sie diesen mit einem speziellen Duft. Anschließend greifen die Tiere in großen Gruppen an und können mit ihren scharfen Mundwerkzeugen innerhalb kürzester Zeit tausende Bienen töten.


Bild: I, KENPEI / CC BY-SA (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)

Die Ausbreitung muss möglichst schnell gestoppt werden

Wie es der Name bereits andeutet stammen die Asiatischen Riesenhornissen ursprünglich aus Japan. Dort töten sie jedes Jahr rund fünfzig Menschen. Denn mehrere Stiche der Hornissen können so viel Gift freisetzen wie der Biss einer giftigen Schlange. Hinzu kommen teilweise allergische Reaktionen. In Nordamerika wurden die gefährlichen Tiere seit dem Jahr 2019 zunächst nur sporadisch beobachtet. Inzwischen ist die Population allerdings stark angestiegen. Wissenschaftler schlagen nun Alarm: Es existiert nur noch ein kurzes Zeitfenster, in der die Ausbreitung der Hornissen gestoppt werden kann. Gelingt dies nicht innerhalb weniger Jahre, könnte dies sogar das Ende für die bisher in Nordamerika ansässigen Bienenvölker bedeuten. Denn natürliche Feinde hat die Asiatische Riesenhornisse in Nordamerika nicht. Von alleine dürfte sich das Problem also nicht lösen.

Sichtungen sollen zeitnah gemeldet werden

Forscher haben daher spezielle Hornissen-Fallen entwickelt, um zunächst einzelne Exemplare einzufangen. Diese sollen dann mit einem kleinen Sender ausgestattet werden, um die Forscher anschließend zu den Nestern zu führen. Außerdem wird auf die Aufmerksamkeit der Bevölkerung gesetzt. So hat das Department of Agriculture dazu aufgerufen, die Sichtung von einzelnen Hornissen sofort zu melden. In den sozialen Netzwerken haben die Tiere allerdings ohnehin schon eine gewisse Berühmtheit erlangt. Dort werden sie als „Murder Hornet“ („Mörderhornisse“) bezeichnet. Diesen etwas zweifelhaften Titel erhielten die Tiere, weil sie gezielt andere Lebewesen angreifen und dabei auch ihren Giftstachel einsetzen. In Japan allerdings haben einige Bienenschwärme bereits eine wirksame Gegenstrategie entwickelt: Sie attackieren die Hornissen nun schon, bevor sie den Bienenstock mit ihrem Duft markieren können.


Via: Vox

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