Quecksilber ist das einzige Metall, das bei Normaltemperaturen bereits flüssig ist. Diese Eigenschaft sorgt für eine Vielzahl an Nutzungsmöglichkeiten. Quecksilber ist allerdings auch giftig. Neben der direkten Vergiftung durch ein Einatmen der Dämpfe, ist dabei vor allem die Aufnahme über die Nahrungskette problematisch. Schweden und Norwegen haben deswegen bereits ein generelles Quecksilberverbot erlassen. Dennoch gelangt immer mehr Quecksilber in das Ökosystem und von dort in die Nahrungskette: Seit Beginn der industriellen Revolution hat sich der Quecksilberanteil in den Ozeanen mehr als verdreifacht. Forscher der Flinders University in Australien haben sich daher des Problems nun angenommen.


Via: Treehugger Copyright: Flinders University
Via: Treehugger Copyright: Flinders University

Abfallprodukte werden zu einem neuen Polymer vereint

Dazu haben sie ein Polymer entwickelt, das aus Limonen und Schwefel besteht. Die beiden Stoffe müssen dabei nicht aufwendig gewonnen werden, sondern sind ohnehin im Überfluss vorhanden: So sind Limonen in den Schalen von Zitrusfrüchten enthalten, während Schwefel ein Abfallprodukt bei vielen chemischen Verfahren ist. Genau hier liegt auch der Vorteil des neu entdeckten Polymers. Er kann kostengünstig produziert werden und somit leicht auch flächendeckend zum Einsatz kommen. Im Normalzustand ist es dabei Rot, kommt es aber mit Quecksilber in Verbindung, wird es Gelb. Das Polymer kann also auch als einfache Nachweismethode für Quecksilber dienen.

Giftige Schwermetalle werden zum Problem

Viel praktischer ist aber, dass Quecksilber nicht nur nachgewiesen, sondern auch aufgenommen wird. Auf diese Weise kann Quecksilber aus Gewässern oder Böden recht simpel entfernt werden. Die Anwendungsmöglichkeiten sind daher vielfältig. So kann der Stoff vorsorglich in Trinkwasserleitungen zum Einsatz kommen, aber eben auch für Umweltaktionen zur Verringerung der Quecksilberbelastung genutzt werden. Giftige Schwermetalle in den Ozeanen beschäftigten vor einiger Zeit auch Forscher der Anhui Jianzhu University, die künstliche Korallen entwickelten, um das Meerwasser zu filtern. Zeit zum Handeln ist in jedem Fall: Seit 1998 ist die Quecksilberbelastung alleine bei Thunfischdosen um 3,8 Prozent gestiegen.


Via: Treehugger

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2 Kommentare

  1. Jan

    21. Oktober 2015 at 16:12

    Schon der erste Satz ist fehlerhaft. Es gibt einige Metalle, die bei Raumtemperatur flüssig sind, zum Beispiel NaK, eine Mischung aus Natrium und Kalium. Richtig ist nur, dass Quecksilber das einzige flüssige metallische Element ist.

  2. Mahee Ferlini

    22. Oktober 2015 at 02:46

    Denken Sie nach die medizintechnische Folgen…

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