Die Natur ist noch immer für die eine oder andere Überraschung gut. So ist zwar grundsätzlich bekannt, dass Bäume CO2 speichern und somit zum Kampf gegen den Klimawandel beitragen. Wie stark dieser Effekt allerdings im Detail ausfällt, muss in vielen Fällen noch untersucht werden. Die Umweltgeografin Aida Cuni-Sanchez hat sich nun einen Teilaspekt einmal genauer angeschaut. Konkret geht es um tropische Bergwälder auf dem afrikanischen Kontinent. Bisher gehen die Schätzungen des Weltklimarats IPCC davon aus, dass diese deutlich weniger CO2 aufnehmen als Wälder in niedrigeren Lagen. Dies basiert unter anderem auf Messungen aus Europa. Hier wachsen Bäume in Höhenlagen weniger schnell und hoch. Zurückgeführt wird dies unter anderem auf die niedrigeren Temperaturen, die starken Winde sowie die vielen Wolkenstunden. Doch die jetzt durchgeführten Untersuchungen zeigen, dass sich dies wohl nicht so einfach auf die afrikanischen Bergwälder übertragen lässt.


Bild: Laika ac from USA, CC BY-SA 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0>, via Wikimedia Commons

In den letzten zwei Jahrzehnten wurden 450 Millionen Tonnen CO2 freigesetzt

Denn Cuni-Sanchez und ihr Team haben 44 Bergwälder in zwölf afrikanischen Ländern genauer untersucht. Unter anderem vermaßen sie dafür 72.000 Bäume. Das Ergebnis: Ein Hektar intakter Bergwald in Afrika speichert 150 Tonnen Kohlenstoff. Zum Vergleich: Bisher gingen die Schätzungen lediglich von einem Wert in Höhe von 90 Tonnen aus. Interessant ist aber vor allem, dass die gespeicherte Menge an CO2 damit mit den afrikanischen Wäldern im Tiefland vergleichbar ist. Rein rechnerisch liegt der positive Effekt für den Klimawandel damit sogar höher als bei den Wäldern im Amazonas-Regenwald. Grundsätzlich sind dies natürlich gute Nachrichten aus Sicht des Klimaschutzes. Allerdings gibt es auch ein Problem: Denn die von afrikanischen Bergwäldern bedeckten Flächen werden immer kleiner. So sind alleine seit dem Jahr 2000 0,8 Millionen Hektar Bergwald verloren gegangen – vor allem in Uganda, Äthiopien und der Demokratischen Republik Kongo. Alleine dadurch wurden 450 Millionen Tonnen CO2 freigesetzt.

Welche Rolle spielen die Elefanten bei der Entwicklung des Ökosystems

Schätzungen gehen zudem davon aus, dass bis zum Jahr 2030 noch einmal 0,5 Millionen Hektar hinzukommen werden. Die jetzt vorgestellten Studienergebnisse könnten allerdings dazu beitragen, dass das Bewusstsein für die Bedeutung der Bergwälder zunimmt. Im Idealfall könnte dies zu einem besseren Schutz führen. Erfahrungen aus anderen Weltteilen haben allerdings gezeigt, dass dies nicht immer zwingend der Fall sein muss. So ist die Bedeutung des Amazonas-Regenwalds bereit seit vielen Jahrzehnten bekannt. Trotzdem ist es bisher nicht gelungen, die Zerstörung des einzigartigen Ökosystems zu stoppen. Das Team rund um Cuni-Sanchez will ihre Studien rund um die afrikanischen Bergwälder nun noch weiter intensivieren. So soll unter anderem geschaut werden, wieso die Bäume dort schneller wachsen als erwartet. Denkbar wäre beispielsweise, dass die afrikanischen Elefanten eine Rolle spielen. Denn diese verbreiten auf der einen Seite Samen und Nährstoffe und fressen auf der anderen Seite kleine Bäume, um so Platz für größere zu schaffen.


Via: Der Standard

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