Manche Kitas, Kindergärten und Schulen haben Fruchtsäfte aus dem Programm gestrichen, weil sie dick machen, wie einige Ernährungswissenschaftler sagen. Stimmt nicht, so Forscher der Universitäten Hohenheim in Stuttgart und Kiel, zumindest dann nicht wenn es um Orangensaft geht. In zwei Studien mit jungen Probanden stellten Professor Reinhold Carle (Hohenheim) und Professor Anja Bosy-Westphal (Kiel) fest, dass Fruchtzucker keineswegs zu Fettbildung führt. Die Probanden wurden nicht schwerer, nachdem sie mehrere Wochen lang bis zu 1,2 Liter Saft pro Tag konsumierten. Außerdem stellten die Forscher fest, dass Orangensaft den Harnsäurespiegel im Blut senkt. Diese löst Gicht aus, eine höchst schmerzhafte Kristallbildung in Gelenken.


Bild: Universität zu Kiel / Claudia Eulitz

Täglich 1,2 Liter blieben ohne negative Folgen

Es gab zwei Gruppen mit jeweils 26 Probanden. Zunächst schluckte die erste Gruppe täglich bis zu 1,2 Liter Orangensaft. Die Kontrollgruppe trank fast ebenso viel Cola. Nach 14 Tagen unterbrachen die Forscher den Versuch für eine Woche. Danach wechselten die Trinkgewohnheiten. Die Colatrinker stiegen auf Orangensaft um und umgekehrt.

„Auch bei diesem sehr hohen Konsum führte Orangensaft im Unterschied zu Cola zu keiner Beeinträchtigung des Glukosestoffwechsels, und der Harnsäurespiegel wurde sogar signifikant gesenkt,“ erläutert die Ernährungsmedizinerin Bosy-Westphal. Für den Harnsäure-senkenden Effekt des Orangensaftes komme sowohl die Vitamin C-Aufnahme durch den Saft als auch dessen Gehalt an Flavonoiden, insbesondere Hesperidin, in Betracht. Es findet sich vor allem in der Orangeschale.


Wer zwischendurch was trinkt wird dicker

In einer zweiten Studie mit ebenso vielen Probanden wandelten die Forscher den Prozess leicht ab. Gruppe eins trank zu den Mahlzeiten täglich je 400 Milliliter Orangensaft, Gruppe zwei schluckte die gleichen Mengen, jedoch zwischen den Mahlzeiten. Das sorgte für eine Überraschung. Gruppe eins nahm nicht zu, bei Gruppe zwei stellten die Forscher einen leichten Anstieg des Körperfetts fest. „Zum Essen getrunken verringert der Saft die spontane Energieaufnahme mit der Mahlzeit entsprechend und passt sie an“, so die Kieler Forscherin.

Empfehlung: Ein Glas pro Tag

In Mengen muss niemand Orangensaft trinken. Die Forscher empfehlen, täglich zu einer Mahlzeit ein Glas Fruchtsaft zu trinken, da dieser von Natur aus nicht nur Zucker, sondern auch Vitamine, Polyphenole, Mineral- und Ballaststoffe enthalte und somit eine wertvolle Ergänzung der Ernährung darstelle. Wer Lust auf Mehr hat macht auch nichts falsch.

via Universität Hohenheim

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1 Kommentar

  1. Boris

    22. Juni 2018 at 17:39

    „Es gab zwei Gruppen mit jeweils 26 Probanden. Zunächst schluckte die erste Gruppe täglich bis zu 1,2 Liter Orangensaft. Die Kontrollgruppe trank fast ebenso viel Cola.“

    Haben die echt Orangensaft mit Cola verglichen? Was soll das für eine Auskunft geben? Doch eigentlich nur das Saft nicht dicker macht als Cola. Wie ist das mit Wasser als Vergleicht?

    Von wem wurde die Studie finanziert? Von einem großen Fruchtsafthersteller?

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