Weltweit gelten deutsche Privatleute und Unternehmen als führend in Sachen Mülltrennung. Wirklich sinnvoll ist dies aber nur, wenn die Abfälle dann auch weiter verarbeitet und erneut genutzt werden. In diesem Punkt hapert es aber hierzulande noch. Denn aktuell liegt die Quote für die Verwendung von recycelten Rohstoffen in der Industrie bei gerade einmal fünfzehn Prozent. Selbst dieser nicht besonders hohe Wert könnte nun aber nicht mehr zu halten sein. Denn der Verfall des Ölpreises hat auch Auswirkungen auf die Recycling-Branche. So basieren viele Kunststoffprodukte auf der Verwendung von Erdöl. Die Herstellungskosten sinken also, wenn der Ölpreis fällt. Damit gilt aber auch: Die recycelten Alternativen verlieren damit an preislicher Konkurrenzfähigkeit.


Recycling Water Bottles, MrTinDC, Flickr, CC BY-SA 2.0

Die Betriebe werden ihre Rezyklaten nicht los

Dahinter steckt auch ein Konstruktionsfehler in der entsprechenden Gesetzgebung. Denn der Gesetzgeber hat auf der einen Seite hohe Recyclingquoten festgelegt. Die Unternehmen sind somit verpflichtet, immer mehr ihrer Abfälle auch für das Recycling zur Verfügung zu stellen. Auf der anderen Seite ist aber nicht festgeschrieben worden, dass die Industrie die recycelten Materialien dann auch wieder verwenden muss. Sind – so wie aktuell – zu viele preiswerte Alternativen auf dem Markt, bleiben die Versorger auf ihren Rezyklaten sitzen. Nun muss man kein Betriebswirtschaftler sein, um zu erkennen, dass dies auf lange Sicht zu wirtschaftlichen Problemen für die Betriebe führt. Denn diese können die Infrastruktur zur Sammlung, Sortierung und Aufbereitung des Abfalls nur aufrecht erhalten, wenn die Recycling-Rohstoffe dann auch Abnehmer finden.

Die Politik muss nun Lösungen finden

Der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft hat sich daher nun an die Politik gewandt. So wünschen sich die Lobbyisten unter anderem die Einführung eines staatlichen Recycling-Labels sowie eine gesetzlich vorgeschriebene Mindesteinsatzquote. Außerdem soll der Staat mehr Geld in diesen Bereich investieren und auch die Corona-Hilfen entsprechend ausgestalten. Mit guten Argumenten können die Verbandsvertreter dabei durchaus werben. Denn Recycling besitzt nicht nur das Potential, gewaltige Berge an Abfall zu vermeiden. Vielmehr handelt es sich auch um einen Beitrag zum Klimaschutz. So sinken die CO2-Emissionen bei der Stahlproduktion um rund 50 Prozent, wenn Recycling-Rohstoffe verwendet werden. Ein ähnliches Bild ergibt sich auch bei vielen anderen Produkten.


Via: Handelsblatt

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