Der weltweit erste Krankenwagen mit Elektroantrieb wird derzeit für den London Ambulance Service gebaut. Entwickelt hat ihn das Liverpooler Unternehmen Ulemco, das sich auf die Umrüstung von größeren Diesel- zu Hybridfahrzeugen spezialisiert hat. Sie erhalten einen zusätzlichen Elektromotor und eine Bordenergieversorgung, damit sie in sensiblen Gebieten emissionsfrei fahren können.


Bild: ULEMCo

Der Krankenwagen ist dagegen ein reines Elektroauto. Es bezieht seinen Strom aus einer Batterie mit einer Kapazität von 92 Kilowattstunden. Zusätzlich liefert eine 30-Kilowatt-Brennstoffzelle des kanadischen Herstellers Ballard Strom. Sie bezieht ihren Wasserstoff aus einem Drucktank, der im Dachbereich montiert ist und acht Kilogramm Wasserstoff fasst. Die beiden Energiespender reichen für den Betrieb der medizinischen Systeme an Bord und eine Reichweite von 320 Kilometern. Im Notfall kann der Rettungswagen eine Geschwindigkeit von 144 Kilometern pro Stunde erreichen.

Batterieblock dient als Puffer

Die Batterieblocks an Bord sind die eigentlichen Stromlieferanten. Wenn sie einen bestimmten Entladezustand erreicht haben schaltet sich die Brennstoffzelle automatisch zu und lädt sie wieder auf. Die dabei entstehende Wärme lässt sich an kalten Tagen nutzen, um den Innenraum und die Fahrerkabine zu beheizen. 


Zerro heißt das Fahrzeug, kurz für Zero Emission Rapid Response Operations (etwa schneller Rettungswagen ohne Emissionen). „Angesichts des hohen Energiebedarfs eines solchen Fahrzeug ist klar, dass es allein mit Batterien nicht geht“, sagt Amanda Lyne, Geschäftsführerin von Ulemco. „Um Wasserstoff und Brennstoffzelle kommt man nicht herum, wenn die Einsatzbereitschaft des Fahrzeugs immer gewährleistet sein soll.“

Leichtbauweise kompensiert das Batteriegewicht

Besonders schwierig war es, das zusätzliche Gewicht vor allem der Batterien aufzufangen. Eine der Maßnahmen war eine besondere Leichtbauweise. So gelang es, die Nutzlast auf 900 Kilogramm hochzuschrauben. Das reicht für die medizinische Einrichtung, das Personal und den Patienten. Um das Be- und Entladen zu erleichtern liegt der Boden des Fahrzeugs tiefer als üblich. Zerro soll in diesem Jahr die ambulanzfahrzeuge in London verstärken.

 

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