Robird ist ein Roboter-Falke aus den Niederlanden, der in Zukunft für mehr Sicherheit auf Flughäfen sorgen soll. Mit großen Augen, einem spitzen Schnabel und schnellen Flügelschlägen wirkt der Falke lebensecht. In Zukunft soll der Roboter-Vogel Flughäfen, Müllhalden und landwirtschaftlich genutzte Flächen Vogel-frei halten. Zusammenstöße mit Vögeln sind schließlich teuer und kosteten in der Vergangenheit bereits Menschenleben. Pro Jahr beläuft sich der materielle Schaden auf Flughäfen, aufgrund von Vogelschlag, weltweit schätzungsweise auf mehrere Milliarden Euro. Der fliegende Robi aus den Niederlanden ahmt den Flug eines Falken so gut nach, dass Vögel diesen als Feind wahrnehmen und einen großen Bogen um das Einsatzgebiet machen.


Vogelschäden versuchten bereits Flugzeugastürze

Robird wurde von einem Spin-off der University of Twente entwickelt um in Zukunft Vögel von Müllhalden, landwirtschaftlich genutzten Flächen und Fughäfen fernzuhalten. „Der Besuch in Weeze war ein historischer Schritt für den Robird und unser Unternehmen. Mit unseren Robirds und Drohnen sind wir schon vielerorts im Einsatz, aber auf einem Flughafen waren wir bisher nicht.“, so Nico Nijenhuis, der sein Masterstudium an der University of Twente im Fachbereich Maschinenbau mit der Gründung von Clear Flights Solutions absolvierte. Das mittlerweile 15 Mitarbeiter zählende Spin-off erhielt jüngst einen 1,6 Millionen Euro Zuschuss aus dem Cottonwood Euro Technology Fund . Das Unternehmen arbeitet nach wie vor eng mit der universitären Forschungseinrichtung zusammen. So wurden im Februar erst wieder drei Studenten eingestellt. Der eigens entwickelte Robird zählt zu einem der wegweisendsten Projekte. In Deutschland durften nun die ersten Testflüge an einem Flughafen absolviert werden. Clear Flights Solutions listet auch Drohnen im Portfolio.


Aufgrund der recht geringen Zahl an Flugbewegungen, wurde zunächst der Airport Weeze in NRW ausgewählt. „Wir arbeiten in einem Hochrisikobereich und müssen alles genau testen. Beim Robird kommen die neuesten Technologien zum Einsatz, aber die menschliche Komponente bleibt enorm wichtig.“, ergänzt Nijenhuis. So wird der Vogel von einem Piloten gesteuert. Zusätzlich beobachtet der „Observer“ den Flugverkehr.

Weitere Einsatzgebiete werden bereits erprobt

Der fliegende Roboter kommt auch an Häfen sowie in der Öl- und Gasindustrie zum Einsatz. Auch dort verursachen Vogelschwärme Milliarden Schäden. Problematisch ist, dass sich die intelligenten Tiere an herkömmliche Vogelabwehr-Lösungen gewöhnen. Wir kennen das ja von den Vogelscheuchen auf den Erdbeerfeldern. „Unsere Arbeit geht über Elektrotechnik oder Maschinenbau hinaus. Wir entwickeln multidisziplinäre Lösungen für gesellschaftliche Probleme. Das macht es aus.“, erklärt Nijenhuis abschließend.

In Zukunft soll das Einsatzfeld des raffinierten Robirds auf Länder wie die USA, England und Frankreich ausgeweitet werden. Hier fanden bereits Gespräche mit Verantwortlichen statt. Die potentiellen Märkte seien groß, das käme den Entwicklungen und auch den Fortschritten des Spin-offs natürlich gelegen. Oftmals ist die Gesetzgebung in den zunächst favorisierten Ländern auch eindeutiger und erleichtert somit die Praxis. Erste große Vorführungen sollen schon bald auf einem französischen Flughafen stattfinden. Robird stammt übrigens aus einem 3D-Drucker.

Robird im Video (niederländisch ist echt immer recht ulkig)

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