Sentinel-6 beobachtet künftig die Erde. Der Satellit der Europäischen Raumfahrtorganisation (ESA), der am 21. November mit einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien ins All geschossen wird, soll in erster Linie den Anstieg des Meeresspiegels beobachten. Das ist wichtig für eine vorausschauende Planung zur Rettung von Regionen und Inseln, die überflutet zu werden drohen, etwa die Pazifikinsel Mauritius.


Bild: ESA / ATG Medialab

Pro Jahr ein Plus von gut drei Millimetern

Der Meeresspiegel steigt derzeit jährlich um mehr als drei Millimeter. Dafür gibt es zwei Gründe: Das Abschmelzen von Eis an den Polen und die Ausdehnung des Meerwassers auf Grund seiner Erwärmung. „Anhand der Satellitendaten lässt sich etwa beurteilen, ob politische Maßnahmen zur Begrenzung des Klimawandels Wirkung zeigen und wie gut globale Klimamodelle die Entwicklung des Meeresspiegels vorhersagen“, sagt Jörn Hoffmann, Programmleiter für Copernicus im DLR Raumfahrtmanagement. Sentinel-6 ist ein Element des Copernicus-Programms der ESA.

Daten für die Prognose der Klimaentwicklung

Außerdem soll Sentinel-6 den Seegang und die Meeresströmungen beobachten. Diese Informationen erlauben Rückschlüsse auf den Wärmetransport in den Ozeanen, der direkten Einfluss auf das globale Klima hat – so ist etwa der warme Golfstrom verantwortlich für das relativ milde Klima in Nordeuropa. Die Informationen sind eine wichtige Eingangsgröße für Modellberechnungen zur Klimaentwicklung.


POSEIDON-4 ist das Hauptinstrument des Satelliten. Dieser Höhenmesser auf Radarbasis misst den Meeresspiegelanstieg bis auf wenige Zentimeter genau. Über längere Zeitreihen wird es so möglich, die jährlichen Änderungsraten im Zehntel-Millimeter-Bereich zu ermitteln. Außerdem liefern die Messungen Information zu Meerestopographie und Wellengang.

Messdaten stehen kostenlos zur Verfügung

Sentinel-6 löst den Jason-3-Satelliten ab, der bisher für die Erfassung des Anstiegs der Meere zuständig war. Er hat seine Lebensdauer von fünf Jahren fast erreicht, wird aber möglicherweise noch länger Daten liefern. Die Informationen, die im Rahmen des Copernicus-Programms gesammelt werden, sind für Behörden, Unternehmen, die Wissenschaft und interessierte Bürger gedacht und dürfen kostenlos genutzt werden. Die Daten geben Auskunft über den Zustand von Erde und Atmosphäre und sind somit wichtig für den Klimaschutz, den Schutz der Umwelt, die Planung humanitärer Hilfsaktionen und die zivile Sicherheit.

 

via DLR

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