Dass in Wüsten und Trockengebieten keine optimalen Bedingungen für das Wachstum von Bäumen herrschen, dürfte keine Überraschung sein. Aus diesem Grund gingen Forscher lange auch davon aus, dass es in der Sahara und der Sahelzone nur sehr wenige Bäume gibt. Verstärkt wurde dieser Eindruck dadurch, dass es keine großen Wälder gibt, sondern wenn überhaupt nur einzeln stehende Gewächse. Wirklich überprüft werden konnte der Baumbestand allerdings lange Zeit nicht. Aus Kostengründen mussten sich die Forscher auf einige lokale Untersuchungen beschränken. Zwei technologische Entwicklungen haben nun dafür gesorgt, dass sich dies ändert: Zum einen sind Satellitenaufnahmen inzwischen scharf genug, um darauf auch einzelne Bäume zu erkennen. Zum anderen müssen die Bilder nicht mehr von Menschen ausgewertet werden. Stattdessen kommen Verfahren des maschinellen Lernens zum Einsatz.


Bild: Adrian Farwell / CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0)

Größere Wälder gibt es in der untersuchten Region nicht

Wie wichtig dieser Punkt ist, zeigt sich an einer einfachen Zahl: Insgesamt werteten die Forscher 11.000 Satellitenbilder aus, um den kompletten Baumbestand in der Region zu bestimmen. Das Ergebnis der Analyse war eine positive Überraschung. Auf dem insgesamt 1,3 Millionen Quadratkilometer großen Gebiet befinden sich immerhin rund 1,8 Milliarden Bäume. Die insgesamt bewachsene Fläche ist damit noch immer vergleichsweise klein: In den Wüstengebieten lag der Wert bei 0,1 Prozent, in den etwas feuchteren Regionen aber immerhin bei bis zu 13,3 Prozent. Es dürfte zudem unstrittig sein, dass es einen Unterschied macht, ob in dem Gebiet – wie ursprünglich gedacht – so gut wie gar keine Bäume stehen oder deren Zahl immerhin bei rund 1,8 Milliarden liegt. Bisher allerdings hat sich die Wissenschaft nur sehr wenig mit einzeln stehenden Bäumen und deren Auswirkungen auf die jeweiligen Ökosysteme beschäftigt.

Die Bäume leisten einen Beitrag zum Klimaschutz

Dennoch ist schon jetzt bekannt, dass die Gewächse zahlreiche positive Effekte mit sich bringen. So steigern sie die Artenvielfalt in der Region. Außerdem verhindern sie Bodenerosionen und bieten Mensch und Tier in der Umgebung Schutz und teilweise auch Nahrung. In dieser großen Anzahl könnten die Bäume in der Sahara zudem auch einen Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel leisten. Denn natürlich speichern auch sie im Laufe ihres Wachstums nicht unerhebliche Mengen an CO2. Zukünftig könnte sich die Zahl der Bäume am Rande der Sahara zudem noch einmal deutlich erhöhen. Denn zahlreiche lokale Initiativen haben dort mit der nachhaltigen Aufforstung begonnen. In der Regel werden dort einheimische Akaziengewächse gepflanzt, die gleichzeitig auch noch eine wirtschaftliche Nutzung ermöglichen: Sie dienen als Rohstoff für Marmeladen und andere Produkte der Lebensmittelindustrie.


Via: Süddeutsche Zeitung

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