Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte arbeitet mit seinem Kabinett schon seit einiger Zeit an einem Klimapaket. Eine erste Maßnahme daraus wurde nun bekannt: Auf den Autobahnen soll das Tempolimit tagsüber zwischen 06:00 und 19:00 Uhr auf 100 Stundenkilometer reduziert werden. Nachts hingegen soll auf einigen Strecken auch weiterhin die bisherige Obergrenze von 130 Kilometern pro Stunde gelten. Tatsächlich stellt der Klimaschutz bei dieser Maßnahme allerdings nur einen Teilaspekt dar. Denn die niederländische Regierung steht auch durch ein Urteil des höchsten Gerichts unter Druck. Die Richter dort hatten mehrere große Bauprojekte gestoppt, weil der Stickstoffausstoß des Landes nicht weiter steigen dürfe. Seitdem gilt: Wenn weiter gebaut werden soll, muss an anderer Stelle eine Reduktion erfolgen.


By Rl91 (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), via Wikimedia Commons

Das Tempolimit soll die Stickstoffkrise bekämpfen

Dazu sollen nun offenbar auch die Autofahrer beitragen. Allerdings ist der Schritt weniger radikal, als er auf den ersten Blick erscheint. Denn schon heute liegt das Tempolimit auf vielen Autobahnabschnitten bei nur 100 Km/h. Anders als in Deutschland gibt es in unserem Nachbarland zudem gar keine Strecken ohne verpflichtende Geschwindigkeitsbegrenzung. Die Reaktionen auf die Maßnahme der Regierung fallen naturgemäß unterschiedlich aus. Während Umweltschutzgruppen den Schritt begrüßten und einen positiven Effekt auf die Gesundheit der Bevölkerung erwarten, übte der Verband der Autohändler deutliche Kritik. Dort hätte man sich stattdessen lieber eine Art Abwrackprämie für besonders umweltschädliche Autos gewünscht. Tatsächlich hängt die Höhe des Stickstoffausstoßes nicht nur von der Geschwindigkeit, sondern auch von der Art des genutzten Fahrzeugs, ab.

In Deutschland gibt es bisher gar kein Tempolimit

Auch in Deutschland wird immer wieder über ein verpflichtendes Tempolimit auf den Autobahnen diskutiert. Hierzulande spielen die ausgestoßenen Schadstoffe in der Diskussion aber nur eine untergeordnete Rolle. Stattdessen betonen Befürworter vor allem die positiven Auswirkungen in Sachen Klimaschutz, Verkehrsfluss und Verkehrssicherheit. So hat das Umweltbundesamt berechnet, dass bei einem Tempolimit von 120 Stundenkilometern jährlich rund drei Millionen Tonnen CO2 eingespart werden könnten. Auch der Sachverständigenrat für Umweltfragen – ein Beratungsgremium der Bundesregierung – hat sich für eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung ausgesprochen. Ein entsprechender Antrag der Grünen, der eine Obergrenze von 130 Km/h auf Autobahnen vorsah, wurde im Bundestag allerdings mit großer Mehrheit abgelehnt.


Via: Handelsblatt

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