Es klingt zunächst einmal nach einer eher kosmetischen Verbesserung: Französischen Experten ist es gelungen, den Weg, den ein Ion innerhalb eines Akkus zurücklegen muss, von einigen Mikrometern auf wenige Nanometer zu reduzieren. Möglich wurde dies durch den Einsatz von winzigen Kohlenstoffröhrchen, die für eine direkte Verbindung zwischen aktivem Material und Stromkollektor sorgen. Bisher bestehen Elektronen hingegen aus Aktivkohle und einem Gemisch aus Pulvern und Bindemitteln. Der direkte Weg ist den Ionen dadurch oftmals versperrt und sie müssen sich durch eine Art Labyrinth kämpfen. Diese Schwierigkeit konnte nun eliminiert werden. Gelungen ist dies den Forschern des französischen Unternehmens Nawa Technologies. Die dortige PR-Abteilung hat auch gleich einen griffigen Slogan für die Neuentwicklung gefunden: Die Firma spricht von der „schnellsten Elektrode der Welt“.


Bild: Nawa Technologies

Die Batterien werden leistungsfähiger und leichter

Tatsächlich handelt es sich keineswegs um eine nebensächliche Verbesserung. Denn das neue Elektroden-Design bringt gleich eine ganze Reihe an Vorteilen mit sich. So steigt auf der einen Seite die Leistung des Akkus in etwa um den Faktor zehn an. Gleichzeitig reduziert sich auch die Ladezeit. So gehen erste Schätzungen davon aus, dass die Batterien von Elektroautos innerhalb von fünf Minuten von zehn auf achtzig Prozent Ladung gebracht werden könnten. Für die Autodesigner ergeben sich zudem ebenfalls neue Möglichkeiten. Denn die Batterien könnten kompakter und leichter werden. Der direkte Weg für die Ionen hat zudem zur Folge, dass die Batterien rund fünfmal länger halten. Für die Zukunft erwartet Nawa-Chef Pascal Boulanger sogar noch weitere Verbesserungen. So denkt er darüber nach, andere aktive Substanzen zu verwenden. So könnte Lithium beispielsweise durch Silizium ersetzt werden.

Ein erster Großabnehmer wurde bereits gefunden

Noch handelt es sich dabei aber um reine Gedankenspiele ohne überprüfbares Produkt. Anders sieht dies beim neuen Elektroden-Design aus. Schon im Jahr 2022 sollen erste einfache Produkte damit auf den Markt kommen. Komplexere Varianten, die alle oben genannten Vorteile in sich vereinen, sind dann für das Jahr 2023 geplant. Der französische Batteriehersteller Saft, der unter anderem die Autokonzerne PSA und Peugeot beliefert, wird dann zu den ersten Abnehmern gehören. Unabhängige Experten halten den Ansatz von Nawa für durchaus realistisch. Allerdings ist die Herstellung der kleinen Nanoröhrchen durchaus aufwändig und damit kostenintensiv. Es ist daher fraglich, ob die Technologie tatsächlich für Massenprodukte geeignet ist. Nawa-Boss Boulanger will diesen Punkt allerdings nicht gelten lassen und verweist auf ein preisgünstiges Verfahren zur Gläserbeschichtung.


Via: New Atlas

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1 Kommentar

  1. vedder

    4. November 2020 at 18:34

    Da es sich hier um reine Gedankenspiele und ohne ein überprüfbares Produkt handelt, wie im Text zu lesen ist, wird es wohl eher ein PR-Trick sein, der etwas Geld einspielen soll. Diese Firma wird vielleicht an der Börse gehandelt. Eine Ankündigung ist Okay , so ist eben diese Welt gestrickt, mit unserem antiken Schuld-Geld-System.

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