Die weltweit erste Schuhsohle, die nicht auf der Basis von Erdöl, sondern mit Öl aus Algen hergestellt worden ist, haben Forscher an der University of California am Standort San Diego vorgestellt. Es handelt sich um einen Flip-Flop, also die einfachste Schuhart, die man sich vorstellen kann. Sie ist allerdings weit verbreitet. In Indien, China und Afrika ist sie die Nummer eins auf dem Schuhmarkt. Weltweit werden jährlich drei Milliarden Stück hergestellt. Und weggeworfen, weil sie verschlissen sind. Sie landen vor allem in Deponien, Flüssen und letztlich in den Ozeanen, vermuten die Forscher. Die Flip-Flops aus Algen sollen, wenn sie einmal industriell hergestellt werden, gerade mal drei US-Dollar pro Paar kosten.


Foto: Erik Jepsen/UC San Diego Publications

Es begann mit einem Surfboard

Stephen Mayfield, Professor für Biologie, und Skip Pomeroy, Professor für Chemie und Biochemie, und einige ihrer Studenten begannen vor zwei Jahren mit dem Bau von Surfboards aus Algenöl. Dabei arbeiteten sie mit dem Surfboard-Hersteller Arctic Foam im nahe gelegenen Oceanside zusammen. Es gelang ihnen, einen Schaum herzustellen, der dem normalerweise im Inneren von Surfboards verwendeten Polyurethan ähnelte. Warum, so fragten sich die Entwickler, kann man das dabei gewonnene Wissen nicht auch für die Herstellung von Flip-Flops verwenden?

„Das Surfboard war zwar das erste Produkt auf Algenbasis“, sagt Mayfield. „Aber wenn man die Zahl der jährlich produzierten Flip-Flops anschaut erkennt man, dass das Potenziel hier weitaus größer ist.“ Je nachdem welche chemischen Reaktionen gewählt werden ließen sich aus Algenöl neben Surfboards und Flip-Flops auch Sportschuhe, Füllungen für Autositze und sogar Autoreifen herstellen.


Schuhe werden am Ende kompostiert

Die beiden Professoren gründeten gemeinsam mit Michael Burkart. Einem weiteren Professor für Chemie und Biochemie, das Unternehmen Algenesis Materials. Dort sind ausschließlich Studenten beschäftigt. „Sie sind äußerst engagiert, wenn sie ein Problem zu lösen haben“, sagt Pomeroy. Jetzt geht es darum, die chemischen Prozesse zur Herstellung von algenbasierten Produkten so zu modifizieren, dass sich das Öl zurückgewinnen lässt, wenn sie verschlissen sind. Alternativ sollen sie kompostierbar werden. Damit wären sie umweltneutral, denn im Algenöl steckt Kohlendioxid, das die Pflanzen letztlich aus der Atmosphäre bezogen haben.

 

via University of California

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