Grundsätzlich gilt, dass der Wind in höheren Schichten deutlich stärker und gleichmäßiger weht als in der Nähe des Bodens. Klassische Windräder sind daher im Laufe der Zeit immer größer geworden. Doch diese Entwicklung wird natürlich irgendwann an ihre Grenzen stoßen – zumal sich schon heute die Beschwerden der Anwohner häufen. Stephan Wrage hat mit seiner Firma Skysails daher eine ungewöhnliche Methode entwickelt, um auch den Wind in höheren Schichten für die Stromgewinnung nutzen zu können: Ein riesiger Drache an einem Seil wird vom Wind in die Höhe transportiert und dann mithilfe eines Seils wieder heruntergezogen. Die Seiltrommel ist während des Vorgangs mit einem Generator gekoppelt und erzeugt während des Aufstiegs mehr Energie als beim Einholen des Drachens verbraucht wird.


Foto: Skysails

Die Leistungsfähigkeit soll recht schnell gesteigert werden

Möglich wird dies, weil der Drache sich während der Phase der Energieerzeugung möglichst breit macht, während er anschließend eine deutlich aerodynamischere Form annimmt. Eine eigens entwickelte Software sorgt zudem dafür, dass der Drache regelmäßig auf- und absteigt und dabei die größtmögliche Menge an Energie erzeugt. Bisher existiert allerdings nur eine Demonstrationsanlage für diese neue Form der Energiegewinnung. Dort ist der Drachen rund 30 Quadratmeter groß und der Generator kommt auf eine vergleichsweise geringe Leistung von 500 Kilowatt. Die an dem Projekt beteiligten Ingenieure sind sich aber sicher, die Produktion zukünftig noch weiter steigern zu können. Bereits in Planung befindet sich beispielsweise eine Anlage mit einer Kapazität von immerhin einem Megawatt.

Das sind die Vorteile des Winddrachens bei der Energiegewinnung

Grundsätzlich bringt die Energiegewinnung mithilfe eines Winddrachens mehrere Vorteile mit sich. So kommen die Anlagen auf deutlich mehr Volllaststunden als klassische Windräder. Theoretisch könnte so ein konstanterer Stromfluss garantiert werden, sodass weniger Reservekraftwerke vorgehalten werden müssen. Außerdem stellen Stürme bei dem neuen Ansatz kein großes Problem mehr dar – weil der Drache schlicht eingeholt werden kann. Stephan Wrage hofft zudem, dass auch die Akzeptanz in der Bevölkerung höher sein wird. So gibt es keine riesigen Masten, die den Ausblick stören können. Weil die Drachen in einer sehr großen Höhe fliegen, fällt auch kaum ein Schatten auf die Erde. Auch die Lärmentwicklung soll deutlich niedriger sein.


Via: Skysails

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1 Kommentar

  1. Achmed Khammas

    24. Juli 2018 at 21:29

    Der gesamte Hintergrund der Drachen-Technologie – inkl. der Geschichte von SkySail – ist in dieser chronologischen Übersicht zu finden: http://www.buch-der-synergie.de/c_neu_html/c_08_09_windenergie_andere_systeme.htm#Drachen

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