Wälder dienen längst nicht mehr nur der Holzproduktion, sondern spielen auch bei der Luftreinhaltung eine wichtige Rolle und dienen als CO2-Speicher. Global betrachtet bietet die Entwicklung der Waldflächen daher großen Grund zur Sorge. Denn Waldbrände, Rodungen und Schädlinge sorgen dafür, dass immer mehr entsprechende Flächen verloren gehen. Europa stellt hier aber eine Ausnahme dar. Denn auf unserem Kontinent sind seit dem Jahr 1950 rund 300.000 Quadratkilometer an neuen Wäldern entstanden. Für alle, die diesen Wert nicht richtig einordnen können: Dies entspricht in etwa der Größe Italiens. Damit ist Europa zwar noch weit vom ursprünglichen Zustand entfernt – einst waren rund achtzig Prozent des Kontinents bewaldet – scheint aber zumindest auf dem richtigen Weg zu sein. Ein internationales Forscherteam hat sich diese Entwicklung daher nun einmal genauer angeschaut.


Die Natur erobert sich aufgegebene Flächen zurück

Verantwortlich für die Ausbreitung der Wälder ist demnach die Tatsache, dass immer mehr zuvor wirtschaftlich genutzte Flächen aufgegeben werden. In der Regel handelt es sich dabei um landwirtschaftliche Betriebe in ländlichen Regionen. Diese können oftmals nicht mehr wirtschaftlich arbeiten und überlassen die Flächen dann schlicht sich selbst. Die Folge ist sogenannter „spontaner Waldwuchs“. Die Flächen müssen also gar nicht gezielt aufgeforstet werden. Vielmehr erobert sich die Natur den Raum nach und nach selbst zurück und es entstehen zahlreiche kleine Wälder. Forscher gehen aktuell davon aus, dass diese Methode nicht nur besonders kosteneffizient ist, sondern auch dafür sorgt, dass die entstehenden Wälder besonders gut an die lokalen Bedingungen angepasst sind. Auch für die Folgen des Klimawandels dürften solche natürlich entstehenden Waldgebiete  gewappnet sein.


Der ökonomische und ökologische Nutzen wird genauer untersucht

Gleichzeitig haben die Forscher auch untersucht, inwieweit die neu entstandenen Wälder von der Bevölkerung angenommen werden. Dabei stießen sie auf durchaus große Unterschiede. In einigen Teilen Spaniens beispielsweise wird die Entwicklung eher negativ aufgenommen. Dort werden die Wälder vor allem als Symbol des wirtschaftlichen Niedergangs angesehen. Außerdem wird auf die steigende Gefahr von Waldbränden verwiesen. In Frankreich hingegen wird nicht nur der ökologische Nutzen von der Bevölkerung erfasst, sondern es gibt auch schon erste Beispiele für eine sich etablierende ökonomische Nutzung. Ziel des nun gestarteten Forschungsprojekts namens „Sponforest“ ist es, die Entstehung und Ausbreitung des „spontanen Waldwuchses“ besser zu verstehen und so zukünftig die ökologischen und ökonomischen Auswirkungen besser prognostizieren zu können. Möglicherweise lassen sich die Erkenntnisse dann auch auf andere Kontinente übertragen.

Via: Universität Hohenheim

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